Yahoo anonymisiert User-Daten nach 90 Tagen

SUCHMASCHINEN
17.12.2008

Yahoo hat angekündigt, seine User-Daten künftig nach 90 Tagen anonymisieren zu wollen. In Ausnahmefällen sollen die Daten bis zu sechs Monate gespeichert werden.

Auf Anfrage von ORF.at sagte eine Sprecherin von Yahoo Deutschland, dass dabei die IP-Adressen aus den Protokollen entfernt würden. Die neue Regelung gelte nicht nur für Suchprotokolldaten, sondern auch für Seiten- und Anzeigenaufrufe.

Jedoch soll es Ausnahmen geben "wie im Falle von Betrugsverdacht, aus Sicherheitsaspekten und dort, wo gesetzliche Vorschriften es vorschreiben", hieß es in der Mitteilung.

Ausnahmefälle: Sechs Monate oder länger

Die von den Ausnahmefällen betroffenen Daten sollen in identifizierbarer Form höchstens sechs Monate lang gespeichert werden und "ausschließlich zu diesem Zweck", so das Unternehmen. Aus rechtlichen Gründen könne Yahoo darüber hinaus in bestimmten Fällen verpflichtet sein, Daten für einen längeren Zeitraum aufzubewahren.

Google bleibt bei neun Monaten

Erst letzte Woche betonte der Internet-Konzern Google, dass die Daten seiner Nutzer weiterhin neun Monate lang gespeichert werden. Eine Verkürzung der Frist auf sechs Monate wie von EU-Verbraucherschützern gefordert lehnt das Unternehmen ab, sagte Google-Managerin Marissa Mayer in einem Gespräch mit dem "Handelsblatt".

Google hatte erst Anfang September die Speicherdauer von 18 auf neun Monate begrenzt. Das Unternehmen speichert jede einzelne Anfrage, die über seine Suchmaschine getätigt wird. Diese Daten werden der IP-Adresse zugeordnet, über die einzelne Computer zu identifizieren sind.

Microsoft hält bei 18 Monaten

Europäische Datenschützer fordern seit langem, die Zuordnung der sensiblen Internet-Daten bereits nach sechs Monaten zu löschen. Microsoft speichert die Daten laut "Handelsblatt" 18 Monate lang.

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(futurezone/AFP)