Google fordert "globalen Datenschutz"

14.09.2007

Der wegen seiner Sammlung von Nutzerdaten in die Kritik geratene Suchmaschinenbetreiber Google macht sich für weltweit gültige Standards beim Datenschutz stark und fordert einen koordinierten Ansatz durch die Vereinten Nationen.

"Drei Viertel aller Länder weltweit haben bislang überhaupt keine Datenschutzregeln", sagte Google-Manager Peter Fleischer am Freitag auf einer Konferenz der UNO-Kulturorganisation UNESCO in Straßburg zum Thema Internet-Ethik.

Die bisherigen Richtlinien in Europa und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung [OECD] stammten fast alle aus einer Zeit, als das Internet quasi noch keine Rolle gespielt habe.

"Koordinierter Ansatz"

Fleischer betonte, der Mangel an Datenschutzstandards schade den Verbrauchern. "Er führt zum effektiven Verlust des Schutzes der Privatsphäre." Fehlende oder unklar formulierte Datenschutzbestimmungen hemmten aber auch die Wirtschaft.

"Woher weiß ein Unternehmen, insbesondere wenn es weltweit tätig ist, welche Datenschutzstandards auf den vielen verschiedenen Märkten nun gelten?" Deshalb fordere Google jetzt einen "neuen, besser koordinierten Ansatz beim Datenschutz durch die internationale Gemeinschaft".

Die jüngsten Initiativen der Vereinten Nationen und des Asian-Pacific-Economic Cooperation Forum böten derzeit die besten Ansatzpunkte, um beim globalen Datenschutz voranzukommen.

Kritik an Google

Google war von Kritikern in der Vergangenheit häufig vorgeworfen worden, zu wenig Wert auf den Schutz der Privatsphäre seiner Nutzer zu legen.

Im vergangenen Juli hatte der weltweit führende Internet-Suchanbieter auf die Kritik reagiert und die Speicherfristen seiner im Netz gesammelten Daten von 31 Jahren auf 18 Monate verringert. Datenschützer begrüßten das. Sie forderten jedoch eine weitere Verkürzung der Speicherfrist von Nutzerdaten.

(dpa)