BenQ-Mobile-Gläubiger bekommen 35 Prozent

KONKURS
12.12.2008

Forderungen betragen insgesamt 1,1 Milliarden Euro

Die Gläubiger des insolventen Handyherstellers BenQ Mobile sollen Ende März einen Teil ihres Geldes bekommen. Insolvenzverwalter Martin Prager kündigte am Freitag an, dann die festgestellten Forderungen zu 35 Prozent zu bedienen. Diese Vorabausschüttung werde ein Volumen von "deutlich über 100 Millionen Euro" haben.

Ob die Gläubiger mit mehr Geld rechnen können, ließ er offen. Das hänge unter anderem von derzeit laufenden Prozessen ab. Derzeit seien Forderungen von 1,1 Milliarden Euro angemeldet - viele aber zu Unrecht. So betrachte er Forderungen aus Taiwan, wo der Mutterkonzern BenQ und sein Nachfolgeunternehmen Qisda sitzen, als nachrangig, sagte Prager. Sie würden erst erfüllt, wenn die anderen Gläubiger vollständig bedient seien.

Vergleich brachte 255 Millionen Euro

Zu der jetzt geplanten Ausschüttung hätten auch jüngste Zahlungen aus einem Vergleich mit Siemens in Höhe von 255 Millionen Euro beigetragen, wie Prager sagte. Der Elektronikkonzern verschenkte seine defizitäre Handysparte im Jahr 2005 an BenQ, das die deutsche Tochter ein Jahr später in die Insolvenz schickte. Mehr als 3.000 Beschäftigte in Deutschland verloren damals ihren Arbeitsplatz.

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(APA/AP)