Web.de sieht "ungebrochenen Trend zur E-Mail"

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29.11.2008

Der deutsche Serviceanbieter Web.de glaubt, dass die elektronische Kommunikation via E-Mail auch in Zukunft nicht so schnell abgelöst wird.

Trotz des Booms Sozialer Netzwerke sieht der neue Web.de-Chef Jan Oetjen einen "ungebrochenen Trend zur E-Mail". "Selbst jüngere Nutzer, die bei studiVZ oder Facebook aktiv sind, schreiben nicht weniger", sagte der 35-Jährige der dpa unter Berufung auf eine repräsentative Studie, die das Unternehmen im Jänner vorstellt.

Oetjen leitet das Tochterunternehmen der United Internet AG aus Montabaur seit Anfang Oktober, zuvor war er Geschäftsführer des Reiseportals Lastminute.com.

"Spätestens mit dem Einstieg ins Berufsleben ist die Mail nach wie vor das einzig adäquate Kommunikationsmittel." Web.de ist in Deutschland der drittgrößte Anbieter von E-Mail-Diensten. "Wer eine Bewerbung abschickt oder mit einer Behörde kommuniziert, kommt nicht an E-Mails vorbei."

Browser-basierter "Multimessenger" in Planung

Oetjen geht davon aus, dass Kommunikationsdienste künftig stärker zusammenwachsen und immer häufiger von mobilen Geräten aus genutzt werden. Web.de wolle sich daher als "Kommandozentrale" im Internet etablieren. Im März hatte das Unternehmen gemeinsam mit dem ebenfalls zur United Internet AG gehörenden Mail-Anbieter GMX eine neue Version des "Multimessenger" auf den Markt gebracht.

Web.de ging 1995 als Katalog für Websites an den Start und hat heute ein Portal mit umfangreichen Inhalten. Das Unternehmen ist mit 12,5 Millionen Nutzern der drittgrößte E-Mail-Anbieter Deutschlands. Im Oktober 2005 wurde es von United Internet gekauft. Zu dem Konzern gehört auch der Web-Hoster 1&1.

Die Software bündelt mehrere Instant-Messaging-Dienste, E-Mails und Nachrichten aus Sozialen Netzwerken. Zudem ermöglicht sie Telefonie und Videotelefonie per Internet. Die nächste Version der Software könne man auch per Browser bedienen, kündigte Oetjen an. Eine Installation auf dem Rechner würde damit entfallen.

Der Web.de-Geschäftsführer sieht den Mutterkonzern United Internet für die rasanten Veränderungen im Kommunikationsverhalten der Nutzer gut gerüstet: "Wir haben eine große Nutzerbasis." Die verschiedenen Tochterfirmen hätten bei E-Mails auf dem deutschen Markt einen Anteil von rund 50 Prozent.

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(dpa)