Ricke wehrt sich gegen Betrugsvorwurf
Der Chef der wegen angeblichen Kapitalanlagebetrugs in die Schlagzeilen geratenen Deutschen Telekom, Kai-Uwe Ricke, hat den Vorwurf zurückgewiesen, den Aktienkurs durch unterdrückte Informationen hoch gehalten zu haben.
In einem Brief an die Mitarbeiter schreibt Konzernchef Ricke, die DT habe zu jeder Zeit die Öffentlichkeit und die Kapitalmärkte umfassend und richtig über die Lage des Unternehmens informiert.
Daher gehe jeder Vorwurf "ins Leere". Der Preis der im Jahr 2000 an die Börse gebrachten Aktien aus dem Bestand des Bundes habe sich an den damaligen Börsenkursen orientiert, betonte Ricke. Die DT wollte am Montag keine Stellung zu dem Mitarbeiter-Brief Rickes nehmen.
In der vergangenen Woche hatten mehrere Anwaltskanzleien gegen den früheren DT-Chef Ron Sommer und andere DT-Manager Strafanzeige wegen angeblichen Emissionsbetrugs beim dritten Börsengang des Bonner Konzerns gestellt. Grundlage der Anzeigen sind mögliche Unstimmigkeiten innerhalb der DT-Führung über die Werthaltigkeit der 1999 erworbenen britischen Mobilfunktochter One2One.
Klagewelle gegen Deutsche Telekom"Lassen Sie sich nicht verunsichern"
Der seit Mitte November amtierende Ricke rief die Mitarbeiter auf, sich durch die Vorwürfe nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. "Lassen Sie sich durch die zum Teil negative Berichterstattung nicht verunsichern", schreibt der DT-Vorstandschef weiter.
Das Unternehmen befinde sich auf einem guten Weg und habe erste Erfolge beim Schuldenabbau durch Beteiligungsverkäufe und verbesserten Kapitalfluss erzielt.
