20.02.2003

MITS

Bildquelle: RH

Ermahnung und Erfahrung vom Cyber-Cop

Mehr Verantwortungsbewusstsein der User fordert Klaus Mits, Abteilungsleiter für Cybercrime im Bundeskriminalamt [BKA], in einem Gespräch mit der APA: "Die Internet-Community wird immer größer. Man muss beim Umgang mit den persönlichen Daten bestimmte Regeln einhalten", betonte der Experte.

Die Ermittler unterteilen Cybercrime-Delikte in zwei Kategorien: Der eine Bereich umfasst jene Taten, bei denen IT-Medien als Mittel verwendet werden - zum Beispiel "Betrügereien und gefährliche Drohungen".

In der zweiten Kategorie geht es um Delikte, die von Computer zu Computer verwirklicht werden. Das betrifft Datenbeschädigungen und den betrügerischen Datenmissbrauch.

"Kreise, die einander aufstacheln"

Der größere Bereich bei Hackerattacken ist jedoch laut Mits die Zerstörung oder zumindest Beschädigung von Datensätzen.

Das Motiv der Täter ist dabei angeblich "Prestige": "Es gibt Kreise, die einander gegenseitig aufstacheln. Wir hatten zum Beispiel einen jungen Salzburger, der in einer Internet-Untergrundorganisation engagiert war. Durch die Schwierigkeit seiner Hackerattacken stieg er in der Hierarchie."

Viel Arbeit für die Cybercops

Die Arbeit nimmt für die Cybercrime-Ermittler laut Mits laufend zu: Im Jahr 2001 gab es demnach 106 Anzeigen wegen Datenbeschädigung oder betrügerischen Datenmissbrauchs.

Diese Zahl hat sich im Vorjahr weit mehr als verdoppelt, auch wenn der endgültige Wert noch nicht vorliegt. Die BKA-Dienststelle wurde im Jahr 2001 genau 58 Mal in Anspruch genommen, im Jahr 2002 rund 250 Mal.

"Hacker verwischen ihre Spuren"

Für die Arbeit der Cyberkriminalisten ist laut Mits das Aufspüren von Kinderpornoringen allerdings "die eher leichtere Aufgabe". Dabei handle es sich meist um geschlossene Zirkel, die untereinander Daten austauschen würden. Gerät einer in das Visier der Ermittler, kommt man meist auch relativ leicht auf seine Mittäter.

"Hacker hingegen" würden sich bemühen, "ihre Spuren zu verwischen", aber ihre Urheberschaft durch ihre "Handschrift" beim Angriff zu dokumentieren.

Der Fahndungserfolg sei dabei oft eine Frage der verwendeten Mittel des Täters: Mits zufolge gibt es Verschlüsselungstechniken, "die so gut sind, dass sie in den USA nicht verkauft, geschweige denn exportiert werden". Bei der Verwendung solcher - zumindest äußerst teurer, zumeist aber unbeschaffbarer - Methoden hätten die Ermittler das Nachsehen.

Der private User finde dagegen mit "den gängigen Sicherheitsprogrammen im Normalfall" das Auslangen. Wichtig ist den Cyberkriminalisten vor allem die Information über die Risiken im Internet.