19.02.2003

3GSM 2003

Auch Motorola will Microsoft-Kooperation

Motorola erwartet wie andere Hersteller auch weiter sinkende Preise für Mobiltelefone. In einem Interview sagte der Chef der Handysparte des Unternehmens, Tom Lynch, am Mittwoch in Cannes, er gehe davon aus, dass die Preise für ein Handy durchschnittlich um vier bis fünf Dollar sinken werden.

Sony-Ericsson rechnet für das laufende Jahr mit einem Rückgang der durchschnittlichen Verkaufspreise um mehr als zehn Prozent, wie Vertreter des Unternehmens ebenfalls in Cannes diese Woche mitteilten.

Die Durchschnittspreise gelten als ein wesentliches Kriterium für die Profitabilität des Marktes. Analysten zufolge sank der Durchschnittspreis für ein Motorola-Handy im vergangenen Jahr um rund vier auf 155 USD.

Zusammenarbeit mit MS

Lynch erwartet nach eigenen Angaben, dass es zu einer Zusammenarbeit Motorolas mit dem weltgrößten Softwareunternehmen Microsoft kommen wird.

In der vergangenen Woche hatte Motorola sein erstes Handy mit dem Betriebssystem Linux und der Software Java auf den Markt gebracht.

Linux/Java bleibe das Hauptprodukt, es würden jedoch weitere dazukommen, sagte Lynch. Microsoft werde eine große Bedeutung auf dem Markt bekommen.

Wachstumsmarkt China

Lynch, der sich auf der weltgrößten Messe für drahtlose Kommunikation, der 3GSM in Cannes, äußerte, rechnet nach eigenen Angaben mit einem verstärkten Wettbewerb auf dem chinesischen Markt, der mit mehr als 160 Millionen Mobilfunkteilnehmern der größte der Welt ist. Er sei jedoch zuversichtlich, dass Motorola seine Stellung als Marktführer in China halten könne, sagte Lynch. Dort hatten einheimische Handyhersteller im vergangenen Jahr pro Monat ihren Marktanteil um einen Prozentpunkt ausbauen können. "Im Laufe der Zeit wird der Anteil traditioneller Anbieter zurückgehen", erklärte Lynch. Er gehe davon aus, dass verstärkt technisch weniger ausgereifte Produkte auf den Markt drängen werden.