EMTS sucht strategischen Investor
Die durch Vorwürfe wegen Bilanzmanipulation und eine Vertragskündigung durch Nokia in Bedrängnis geratene börsennotierte Salzburger Handyservice-Firma EMTS will bis Mitte März 2003 einen strategischen Partner und damit ein Konzept für die Fortführung der Firma gefunden haben.
EMTS-Vorstandsvorsitzender Christian Rosner hofft nach eigenen Angaben "jeden Tag" auf eine Lösung. Aber die Partnersuche werde noch einige Wochen andauern.
"Reiner Finanzinvestor hilft uns nicht"
"Ein reiner Finanzinvestor hilft uns nicht, wir brauchen einen
industriellen strategischen Partner", sagte Rosner. EMTS benötige
nach der Vertragskündigung durch Nokia wieder "jemanden, der Umsatz
und Volumen" einbringe und das Überleben der übrig gebliebenen elf
EMTS-Standorte sichere.
Nokia kündigt EMTS-Vertrag mit Ende JuliNokia muss wieder an Bord
Außerdem soll Nokia wieder ins Boot geholt werden: "Wir können nicht jemanden vergessen, auf den das gesamte Geschäftsmodell aufgebaut ist."
Nokia trage europaweit im Schnitt 50 Prozent zum gesamten EMTS-Umsatz bei, in den einzelnen Ländern zwei bis 95 Prozent.
Für die Zeichnung der bei der letzten Hauptversammlung Anfang Februar beschlossenen Kapitalerhöhung gebe es zwar bereits "einige Kandidaten" aus dem Kreis der Finanzinvestoren, doch wäre es "sinnvoller, wenn der neue strategische Partner die Kapitalerhöhung zeichnet", meint Rosner.
17,3 Mio. Euro Schulden
EMTS hat Verbindlichkeiten von 17,3 Mio. Euro angehäuft,
Hauptgläubiger ist die Bank Austria Creditanstalt.
EMTS am Rande der Insolvenz200 Mitarbeiter in Österreich
EMTS hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2002 in 15 Ländern mit rund 1.600 Mitarbeitern ersten Berechnungen zufolge 127 Mio. Euro Umsatz erzielt.
Nach dem Rückzug aus der Schweiz, Monaco, den Niederlanden und Frankreich ist EMTS nur noch in elf Ländern mit rund 1.450 Mitarbeitern tätig.
Auf Österreich entfallen mit rund 16 Mio. Euro rund 14 Prozent des Umsatzes. Hier zu Lande beschäftigt EMTS rund 200 Mitarbeiter, die Mehrheit entfällt auf die Handyfabrik in Parndorf, der Rest auf die Standorte in Wien, Salzburg, Linz, Innsbruck und Graz.
