Nokia kündigt EMTS-Vertrag
Nokia Österreich hat die Aufkündigung aller Kooperationsverträge in elf europäischen Ländern - inklusive Österreich - mit dem börsenotierten Salzburger Handydienstleister EMTS per Ende Juli 2003 bestätigt.
Dieser Entschluss basiere auf negativem Kundenfeedback und auf den unbefriedigenden Ergebnissen interner Evaluierungen, hieß es in einer Pressemitteilung.
Mit dem weltgrößten Handyhersteller kommt der EMTS der wichtigste Partner abhanden. Die EMTS hält indes heute ab 14 Uhr eine außerordentliche Hauptversammlung in Salzburg ab.
Service Points nehmen Geräte an
Nokia könne in Österreich und anderen europäischen Ländern an
Stelle der EMTS auf andere lokale Partner zurückgreifen. In
Österreich habe man etwa Partnerschaften mit der österreichischen
TeleTEK, der dänischen Teleservice und der deutschen ETL. Auch die
150 Händler, die als Club Nokia Service Points fungieren, würden wie
bisher reparaturbedürftige Geräte annehmen.
EMTSSonyEricsson und Siemens bleiben
SonyEricsson sieht derzeit keinen Handlungsbedarf. Die Geschäftsbeziehung bestehe nach wie vor in ganz Europa, so SonyEricsson Österreich-Sprecherin Elisabeth Mayerhofer, die Serviceabwicklung laufe.
Auf Grund der jüngsten Entwicklungen bei EMTS führe SonyEricsson derzeit Gespräche mit EMTS über die weitere Vorgehensweise. In Österreich sei die EMTS nur einer von mehreren Servicepartnern.
Von Seiten Siemens hieß es, dass in acht europäischen Ländern Serviceverträge mit EMTS abgeschlossen wurden. Man habe bisher mit der EMTS "sehr gute Erfahrungen" gemacht und sehe daher keinen Handlungsbedarf dafür, die Verträge mit dem Handydienstleister zu kündigen. Zwischen Siemens Österreich und EMTS bestehe keine Kooperation, wohl aber zwischen Siemens International und EMTS.
Frühere Bilanzkorrekturen bestätigt
EMTS hatte gestern mitgeteilt, dass die bisher vorliegenden Überprüfungsergebnisse eine Bilanzmanipulation durch das frühere EMTS-Management bestätigt hätten. Im Konzernabschluss 2001 gebe es demnach Anpassungserfordernisse in der Höhe von drei bis fünf Mio. Euro, Deloitte & Touche hätten daher ihren Bestätigungsvermerk für den Konzernabschluss 2001 zurückgezogen.
Mit einem Abschluss der von KPMG durchgeführten Sonderprüfung sei im Laufe des Februar 2003 zu rechnen.
Die EMTS-Aktie, die am Montag um mehr als 63 Prozent eingebrochen war, verlor heute weiter an Terrain und sank am späten Nachmittag um 17 Prozent auf 0,44 Euro.
