Neue Beschwerde gegen Microsoft
Gegen Microsoft ist eine neue Beschwerde bei der EU-Kommission in Brüssel eingereicht worden.
Sie beziehe sich auf das Betriebssystem Windows XP, erklärte der Präsident der Beschwerde führenden IT-Lobbygruppe Computer and Communications Industry [CCIA], Ed Black, am Dienstag in Brüssel.
Die EU-Wettbewerbshüter prüfen schon seit Februar 2000 Vorwürfe illegaler Geschäftspraktiken von Microsoft. Diese Beschwerde war von Sun Microsystems angestoßen worden. Das Unternehmen sah sich durch Microsoft auf dem Markt für niedrigpreisige Server massiv behindert. Eine Entscheidung in diesem Fall wird Mitte des Jahres erwartet.
Endspurt im EU-Kartellverfahren"Neue Qualität"
Mit Windows XP hat laut der Beschwerde die Praxis von Microsoft eine "neue Qualität" erreicht, sein bestehendes Monopol bei Betriebssytemen zu schützen und die Konkurrenz auszuschließen.
Der Verband fordert in einer 260 Seiten umfassenden Beschwerde, die Kommission solle die Strategie von Microsoft als Ganzes statt stückchenweise untersuchen. Die Taktik von Microsoft ziele in ihrer Koordination darauf ab, das Monopol zu verteidigen.
"Alternativen werden durch die Koppelungspraxis von Microsoft verhindert", argumentiert der Verband in dem Papier. Microsoft würde eine immense Reihe von Produkten an Windows XP koppeln. CCIA fordert die Loslösung dieser Produkte vom Betriebssystem, damit sich ein Wettbewerb entwickeln kann.
Zu dem Verband gehören Unternehmen wie der Medienkonzern AOL Time Warner, der Handybauer Nokia sowie die US-Unternehmen Sun Microsystems und Oracle.
Computer and Communications IndustryKommission will keine Verzögerung
Die EU-Kommission will die neue Beschwerde gegen Microsoft wegen angeblich unfairer Wettbewerbspraktiken mindestens prüfen.
Gleichzeitig wolle die Kommission aber sicherstellen, dass das nicht eine bereits laufende Untersuchung gegen den Konzern in einem ähnlichen Fall hinauszögere, sagte die Kommissionssprecherin für Wettbewerbsangelegenheiten, Amelia Torres.
"Wir werden uns das Ganze ansehen und auf seine Vorteile prüfen", fügte Torres hinzu. Es ergebe keinen Sinn, neue Aspekte in den laufenden Fall zu bringen, da das lediglich die Beschlussfassung verzögere.
