Ted Turner tritt ab
Nach AOL-Gründer Steve Case verliert der US- Medienkonzern AOL Time Warner eine weitere prominente Führungskraft.
Ted Turner wird im Mai als Vizevorsitzender des weltgrößten Medienunternehmens zurücktreten. Das teilte der Vorsitzende Richard Parsons am Mittwoch in New York mit. Turner ist der Gründer des Nachrichtensenders CNN.
Rückläufige Werbeeinnahmen
Gleichzeitig gab AOL Time Warner für das vierte Quartal 2002
einen Verlust von 44,9 Milliarden USD bekannt. Im gesamten Jahr
machte der Konzern damit ein Minus von 98,7 Milliarden USD, den
höchsten Verlust in der US-Firmengeschichte. Damit wurden nicht
weniger als der Gegenwert zum halben Bruttoinlandsprodukt
Österreichs versenkt. Das schlechte Ergebnis war weitgehend die
Folge einer Wertberichtigung für America Online, das 2001 mit Time
Warner fusionierte und seither unter rückläufigen Werbeeinnahmen und
geringer Zunahme der Abonnentenzahlen leidet.
AOLCase ebenfalls zurückgetreten
Erst kürzlich musste Steve Case als Verwaltungsratsvorsitzender zurücktreten - fällig im März. Die Aktionäre wollen ihn nun komplett aus dem Verwaltungsrat drängen. Einige wichtige Anteilseigner hätten angedeutet, bei der Hauptversammlung im Mai gegen Case stimmen zu wollen, schrieb die "Financial Times" am Montag.
103 Mrd. USD für Time Warner
Case, Gründer und ehemaliger Chef des weltgrößten
Internet-Konzerns America Online [AOL], hatte den Kauf des
Medienkonzerns Time Warner im Jänner 2001 für 103 Milliarden USD
eingefädelt. Der gigantische Zusammenschluss brachte bisher jedoch
enttäuschende Ergebnisse.
Der letzte Dot.com-Star tritt abParsons der neue starke Mann
Künftig stärkster Mann im AOL-Time-Warner-Konglomerat ist Richard Parsons. Er besetzt künftig beide Leitungsposten - CEO und Verwaltungsratsvorsitzender - bei dem Medienkonzern.
Kritiker haben jedoch angesichts der jüngsten Bilanzskandale in den USA im Vorfeld darauf gedrängt, die beiden Chefposten getrennt zu besetzen. Nur durch die gegenseitige Kontrolle von Unternehmenschef und Aufsichtsratschef könne das Management insgesamt besser überwacht werden, heißt es.
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