AOL-Gründer soll ganz abtreten
Einflussreiche Aktionäre des weltgrößten Medienkonzerns AOL Time Warner wollen nach Informationen der "Financial Times" AOL-Gründer Steve Case, der bereits seinen Rücktritt als Verwaltungsratsvorsitzender angekündigt hat, ganz aus dem Aufsichtsgremium drängen.
Einige wichtige Anteilseigner hätten angedeutet, bei der Hauptversammlung im Mai gegen Case stimmen zu wollen, schreibt das Blatt am Montag unter Berufung auf Aktionärskreise.
Case hatte sich Mitte Jänner von der Spitze des Verwaltungsrates zurückgezogen. Er will jedoch Mitglied des Aufsichtsgremiums und Mitvorsitzender des Strategieausschusses im Verwaltungsrat bleiben. Case, Gründer und ehemaliger Chef des weltgrößten Internet-Konzerns America Online [AOL], hatte den Kauf des Medienkonzerns Time Warner im Jänner 2001 für 103 Milliarden USD eingefädelt. Der gigantische Zusammenschluss brachte bisher jedoch enttäuschende Ergebnisse.
Der letzte Dot.com-Star tritt abNachfolger
Der Chef von AOL Time Warner, Richard Parsons, besetzt künftig beide Leitungsposten bei dem weltweit größten Medienkonzern.
Parsons werde ab 16. Mai auch Verwaltungsratsvorsitzender [Chairman] des Unternehmens, teilte AOL Time Warner vor rund zehn Tagen mit.
Parsons kündigte an, er wolle den Wert des Unternehmens für Kunden und Aktionäre steigern. "Ich werde das außerordentliche Potenzial von AOL Time Warner ausweiten", hieß es in einer Erklärung.
Größter Medienkonzern mit neuem Chef
