"IT-Thatcher" oder "Selbstvermarkterin"
Die Rolle der Vorstandsvorsitzenden von Hewlett-Packard, Carleton S. Fiorina, bei der Übernahme von Compaq Computer im Vorjahr steht im Mittelpunkt zweier Bücher, die in Kürze auf dem US-Markt erscheinen.
Fiorina ist als Chefin des HP-Konzerns die höchstrangige Managerin in den USA.
In "Perfect Enough: Carly Fiorina and the Reinvention of Hewlett-Packard" beschreibt Autor George Anders die Managerin als Thatcher-ähnliche Heldin, die unbeeindruckt von Kritik eisern an ihrem Kurs festhält. Für das im Portfolio-Verlag erscheinende Buch hatte Fiorina dem Autor sechs Interviews gegeben.
Die Fusion von HP mit Compaq war vergangenen Mai nach monatelangen heftigen HP-internen Streitigkeiten rechtlich in Kraft getreten. HP kaufte Compaq für rund 20 Mrd. USD auf. Im Jahr 2002 war HP laut einer Erhebung von Gartner Dataquest Weltmarktführer auf dem PC-Markt vor Dell und IBM.
HPQ geht an den Start"Glänzende Selbstvermarkterin"
Deutlich anders wird die Spitzenmanagerin im Buch "Backfire: Carly Fiorina's High-Stakes Battle for the Soul of Hewlett-Packard" beurteilt.
Autor Peter Burrows vom Magazin "Business Week" sieht in ihr weniger eine Heldin der Wirtschaft als eine glänzende Selbstvermarkterin.
Für das bei John Wiley & Sons erscheinende Buch hatte Fiorina ein Interview verweigert. Laut Autor Burrows habe sie ihm einen kritischen Beitrag in "Business Week" verübelt.
