Millionen SMS kommen nicht an
Keynote, ein auf Internet-Performance-Tests spezialisiertes Unternehmen, hat zu Testzwecken im Dezember zwei Wochen lang etwa 26.000 SMS-Nachrichten in verschiedenen Teilen der USA von unterschiedlichen Mobilfunknetzen aus verschickt.
Das ernüchternde Ergebnis: Ganze 7,5 Prozent der Kurzmitteilungen sind beim Empfänger nicht angekommen.
Das schlechteste Ergebnis wurde bei T-Mobile USA festgestellt: 14 Prozent der von einem T-Mobile-Handy in ein anderes Netz verschickten SMS und 13 Prozent der netzintern verschickten Kurznachrichten erreichten ihr Ziel einfach nicht. Am besten schnitt AT&T ab, wo 95,5 beziehungsweise 97,8 Prozent erfolgreich ankamen.
Erst 20 Prozent aller US-User verschicken SMS
Da es bis vor kurzem in den USA noch nicht möglich war,
Textnachrichten vom Handy in ein fremdes Mobilfunknetz zu schicken,
nutzen dort noch verhältnismäßig wenige, nämlich erst 20 Prozent
aller Handybesitzer SMS. Die US-Mobilfunk-Unternehmen können von
Umsatzzahlen wie in Europa nur träumen - die nun veröffentlichten
Testergebnisse werden das Vertrauen der User in SMS nicht gerade
stärken.
Die USA entdecken SMSDerartige Werte in Europa unvorstellbar
Hochgerechnet auf die USA bedeuten die überraschend schlechten Resultate, dass pro Monat mehrere Millionen SMS im Nirwana verschwinden.
Die österreichischen Mobilfunk-Netzbetreiber zeigten sich von den Testergebnissen überrascht. In ihren Netzen, ja in ganz Europa seien derartige Werte unvorstellbar.
Wenn SMS nicht ankämen, liege das meist an zu lange abgeschalteten Mobiltelefonen oder überfüllten SMS-Speichern in den Handys, erklärte die Mobilkom Austria. Die maximale Vorhaltedauer nicht zustellbarer Nachrichten beträgt sieben Tage, der Absender kann diese Zeitspanne durch entsprechende Handy-Settings auch verkürzen.
Kein Netzbetreiber wollte die eigenen Verlustraten genau beziffern, Telering sprach von "deutlich weniger als einem Promille". One betonte, sogar zum besonders "SMS-lastigen" Jahreswechsel seien weniger als 0,5 Prozent der von One-Usern abgeschickten SMS nicht angekommen.
T-Mobile Österreich und T-Mobile USA haben zu den Testergebnissen bisher keine Stellungnahme abgegeben.
Nicht nur aus technischen Gründen kommen viele SMS nie beim gewünschten Empfänger an. Eine britische Studie hat herausgefunden, dass bereits jeder Dritte mehr oder weniger peinliche Erfahrungen mit SMS gemacht hat, die aus Versehen an eine falsche Person gesendet wurden.
SMS landen beim falschen Empfänger
