21.12.2002

USABILITY

Bildquelle: PhotoDisc

Psychologen geben Webdesign-Tipps

Rund vier Milliarden Dokumente stehen derzeit im Internet bereit, und täglich werden es etwa sieben Millionen mehr.

Doch nicht alle Webseiten taugen viel - sie bauen sich oft viel zu langsam auf oder sind zu unübersichtlich gestaltet.

Psychologen der Uni Chemnitz gehen seit vier Jahren der Frage nach, wie Internetangebote aufgebaut sein müssen, damit der Nutzer gut und erfolgreich damit umgehen kann. Dabei haben sie nun eine erste Liste von Kriterien für eine benutzerfreundliche Gestaltung von Internetseiten zusammengestellt.

Die zehn goldenen Webdesign-Regeln

Vermeide lange Seiten mit Scroll-Balken.

Verwende kurze Textsegmente mit aussagekräftiger Überschrift.

Verlinke nur Internetseiten mit engen inhaltlichen Bezügen zueinander.

Verwende im Text so wenig Links wie möglich.

Vermeide lange Ladezeiten.

Präsentiere auf der ersten Seite eine Übersicht über die Struktur des Hypertextsystems.

Verwende ein Navigations-System, das dem Nutzer Auskunft gibt, wo er sich gerade im Text befindet.

Gib zu den bewältigten Aufgaben ein spezifisches Feedback.

Verwende hierarchische und keine netzwerkartigen Verlinkungsstrukturen.

Gib dem Nutzer die Möglichkeit, sich an den Webadministrator zu wenden.

Dynamische Anpassung an Userbedürfnisse

Die bisherigen Untersuchungen ergaben, dass linear aufgebaute Texte im Internet sinnvoller als netzwerkartige Hypertext-Strukturen erscheinen, wenn beim Lesen der Seiten eher unspezifische Informationen gesammelt werden.

Steht allerdings die gezielte Informations-Suche im Vordergrund, sind wiederum die Hypertexte, also die elektronische Verlinkung von Texten, im Vorteil: Der Suchende klickt sich schneller und mit geringerem Orientierungsaufwand zu der gesuchten Antwort durch.

In den Laborversuchen zeigte sich auch, dass die Probanden weniger Orientierungsprobleme hatten, wenn beim lesenden Erschließen neuer Informationen ein Textelement klassisch auf das andere folgt ¿ so wie bei einem Buch oder einer Zeitung.

Die perfekte Navigation haben auch die Forscher der Uni Chemnitz noch nicht gefunden. "Wir wissen nur, dass der Nutzer viel stärker bei der Aufbereitung von Informationen im Internet berücksichtigt werden muss", erklärt der Projektleiter Josef Krems.

"Optimal wäre, wenn diese individuelle Anpassung eines Tages online und dynamisch realisiert werden könnte."