15.04.2002

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Kinder wollen bunte Websites

Der Usability-Experte Jakob Nielsen hat das Surfverhalten von Kindern unter die Lupe genommen und ist dabei auf einige interessante Verhaltensweisen gestoßen.

Millionen von Kids surfen bereits im Netz, und täglich werden es mehr. Viele Websites für Kinder, bemängelt Nielsen, seien nicht kindgerecht entworfen, sondern basierten auf "puren Annahmen darüber, wie sich Kinder angeblich verhalten".

Nielsen und seine Mitarbeiter haben 55 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren beim Surfen beobachtet. Es wurden 24 Websites für Kinder und drei herkömmliche [Amazon, Yahoo, Weather.com] angesurft.

... und komplexen Multimedia-Content

Kinder sind keineswegs automatisch Computerexperten, nur weil sie mit PCs aufgewachsen sind, so Nielsen. Vor allem mit der Navigation und bei Fehlermeldungen sind Kinder schnell überfordert. Letztere erleben Kinder recht häufig, da sie oft auf älteren Maschinen arbeiten, wenn sie auf dem ausrangierten Rechner ihrer Eltern oder auf leistungsschwachen Schulrechnern surfen.

Kids wollen zwar eine durchdachte und einfache Navigation, freuen sich aber über Animationen und Soundeffekte. Bei der Navigation helfen geografische Metaphern wie Dörfer, Häuser, 3-D-Pläne und Zimmer.

Im Bann der Banner

Darüber hinaus sind Kinder anfällig für Werbung - sie haben im Gegensatz zu den Erwachsenen oft nicht gelernt, zwischen Content und Banner zu unterscheiden. Auch Hinweise wie "Werbung" und "Bezahlte Anzeige" helfen nicht. Kinder werden von den bunten Animationen oder kleinen Spielen innerhalb der Banner magisch angezogen.

So wurde während der Untersuchung oft beobachtet, dass ein Pokemon-Bild ausreichte, um einen Klick zu triggern. Dabei war es vollkommen irrelevant, welche Werbebotschaft der Banner enthielt.