10.12.2002

OBACHT

Bildquelle: ADAC

ÖAMTC warnt vor Gewalt-Rennspielen

Nachdem letzte Woche schon eine vom Jugendminister geförderte Initiative Tipps zum weihnachtlichen Videospielkauf abgegeben hat, kommt jetzt auch eine Meldung vom ÖAMTC zum Thema.

ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger wünscht sich "nur gewaltfreie Computerspiele unter den Christbäumen". Vor allem "wilde Verfolgungsjagden und brutale Crashtouren" stünden bei "Cyber-Autolenkern hoch im Kurs", dabei wäre eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Spielen wünschenswert, sagt die Expertin heute in einer Aussendung.

Das Risiko verharmlosende Szenen in Sachen Autofahren können Auswirkungen auf das Verhalten in der Realität haben.

Kein Beweis für Zusammenhang

"Diese Spiele spiegeln einen allgemeinen, in unserer Gesellschaft begehrten Zustand wider", so Seidenberger, "es geht darum, alles schneller, geschickter und aggressiver zu lösen und vor allem jeden zu besiegen." Auf das reale Autofahren umgelegt bedeute das etwa: nicht warten können, unbedingt überholen wollen.

Zur Befürchtung, dass die häufige Nutzung von Computerspielen Einfluss auf das Verhalten in der Wirklichkeit hat, sagt Seidenberger: Trotz des boomenden Spielemarktes könne kein Zusammenhang mit der Unfallstatistik hergestellt werden. Seriöse Zahlen, die bestätigen, dass hoher Spielekonsum auch hohe Unfallszahlen bedeutet, gebe es nicht.

Tipps vom Jugendminister

Auch eine letzte Woche von Jugendminister Herbert Haupt [FPÖ] präsentierte Broschüre "Tipps für Computerspiele 2002" samt CD-ROM soll den Eltern als Entscheidungshilfe beim Einkaufen von Videospielen dienen.

Sie listet 44 Spiele auf, die sich durch ein gewaltfreies und originelles Spielprinzip auszeichnen, und bietet Empfehlungen, ab welchem Alter das Game geeignet ist.

"Computerspiele sind ein Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen geworden, umso mehr ist aber auch darauf zu achten, dass nicht Mord und Gewalt in den heimischen Kinderzimmern Einzug halten", erklärte Haupt.