03.12.2002

FREIGEGEBEN

Bildquelle: ORF.at

Haupt gibt Spieletipps

Weihnachten steht vor der Tür, und auf den Wunschzetteln der Kinder stehen wie schon in den vergangenen Jahren Video- und Computerspiele ganz weit oben.

Eine heute von Jugendminister Herbert Haupt präsentierte Broschüre "Tipps für Computerspiele 2002" samt CD-ROM soll den Eltern als Entscheidungshilfe beim Einkaufen dienen.

Sie listet 44 Spiele auf, die sich durch ein gewaltfreies und originelles Spielprinzip auszeichnen, und bietet Empfehlungen, ab welchem Alter das Game geeignet ist.

"Computerspiele sind ein Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen geworden, umso mehr ist aber auch darauf zu achten, dass nicht Mord und Gewalt in den heimischen Kinderzimmern Einzug halten", erklärte Haupt.

Testkriterien für inhaltliche Bewertung

Die Liste wird seit 1990 jedes Jahr neu erstellt. In die Beurteilung aufgenommen werden nur Spiele, deren Spielziel nicht ausschließlich durch Gewaltausübung erreicht werden kann. Klassische Ballergenres wie Taktik- und Ego-Shooter werden nicht geprüft.

Hingegen finden sich Games mit geringem Gewaltanteil wie ein Eishockey-Spiel, in dem auch ein Bodycheck erlaubt ist, und Wirtschaftsstrategien, in denen auch gekämpft werden kann, auch in der Broschüre.

Spiele, die diesen Kriterien entsprechen und im Zeitraum von Oktober 2001 bis September 2002 erschienen sind, wurden von den ehrenamtlichen Testern für die diesjährige Broschüre unter die Lupe genommen und inhaltlich bewertet.

In die Broschüre aufgenommen werden die Spiele aus möglichst verschiedenen Genres, die von den Testern am besten bewertet wurden.

Positiv-Liste statt Negativ-Schlagzeilen

Christian Brauner von ACOS erklärte im fuZo-Gespräch, die Liste sei vor allem zur Beruhigung besorgter Eltern gedacht, die Computerspiele oft nur durch negative Schlagzeilen aus den Medien kennen.

Die Liste soll den Eltern die Distanz zu Computerspielen nehmen und anhand von positiven Beispielen zeigen, was die Kinder daran fasziniert.

Das gemeinsame Erfahren und Erleben von Computerspielen könne für Eltern wie Kinder bereichernd sein und beuge mehr vor als jede Verbotsliste, zeigte sich auch Haupt überzeugt.

Keine bundesweite Indizierung

In Österreich gibt es im Gegensatz zu Deutschland keine bundesweite Indizierungsstelle für Computerspiele. Grundsätzlich ist also alles erlaubt und darf verkauft werden.

Die einzelnen Bundesländer können jedoch bei Verstoß des Spieleinhaltes gegen die jeweiligen Jugenschutzgesetze festsetzen, dass ein bestimmtes Game nicht für unter 18-Jährige angeboten werden darf. Diese Spiele müssen vom Handel dann, ähnlich den "Porno-Ecken", in einem Extra-Bereich, der für Jugendliche unter 18 nicht zugänglich ist, aufbewahrt werden.