Madster muss den Stecker ziehen
Das Schicksal von Madster [früher Aimster] scheint besiegelt. Die Tauschbörse muss nun auf Anordnung von US-Bundesrichter Marvin Aspen ihre Homepage und alle verwendeten Server vom Netz trennen.
Damit entschied das Gericht zu Gunsten der Recording Industry Association of America [RIAA], die eine Einstellung des Dienstes wegen Verletzungen des Urheberrechts gefordert hatte.
Wird dieser Beschluss von Madster wieder ignoriert, stehe es den Plattenlabels frei, vom Provider die Stilllegung der Anschlüsse zu verlangen.
1.500 USD Strafe pro Tag oder Einstellung des Dienstes
Die Betreiber der Tauschbörse wurden Anfang des Monats dazu
verurteilt, Musik, die im Eigentum der großen Plattenlabels ist, zu
blockieren. Als Madster keine Anstalten machte, die Forderungen auch
umzusetzen, zog die Musikindustrie weiter vor Gericht und forderte
entweder ein tägliches Pönale oder die endgültige Einstellung des
Service.
Madster missachtet GerichtsurteilNutzer wechseln zu neuem Service
"Trotz des vorangegangenen Urteils verstößt Madster nach wie vor gegen das Copyright der Plattenlabels," schrieb der Richter in seiner Urteilsbegründung. "Ohne eine richterliche Anordnung müsste die Musikindustrie weiterhin schweren Schaden erleiden."
Die Verfügung bleibt vorerst bis zum 22. Dezember in Kraft. Am 19. Dezember soll es zu einer weiteren Anhörung mit Madster-Betreiber Johnny Deep kommen.
Und obwohl die Plattenlabels mit dieser Entscheidung wieder einen Sieg davontragen, zeigt die Praxis, dass die Tauschbörsen-Nutzer bei Schließung eines Service einfach auf ständig neue Alternativen wie eMule [eDonkey], Kazaa oder Morpheus zurückgreifen.
Klage gegen Kazaa, Morpheus und Grokster läuft
Doch auch gegen einige dieser Dienste läuft derzeit eine Klage
der Musikindustrie. Und das Urteil gegen Madster soll in den Fällen
RIAA gegen Grokster, Kazaa-Betreiber Sharman Networks und
Morpheus-Betreiber Streamcast Networks beispielgebend sein.
Prozess gegen Kazaa und Co vertagt
Madster-Homepage [derzeit noch online]
