Madster missachtet Gerichtsurteil
Das Schicksal von Madster [früher Aimster] scheint besiegelt.
Die Recording Industry Association of America [RIAA] fordert von der insolventen Tauschbörse wegen Nichtachtung des Gerichts eine tägliche Pönale bis Technologien implementiert werden, die einen Up- oder Download von urheberrechtlich geschützten Werken verhindern.
Die Betreiber der Tauschbörse wurden Anfang des Monats dazu verurteilt, Musik, die im Eigentum der großen Plattenlabels ist, zu blockieren. Bisher machte das Unternehmen jedoch keine Anstalten die Forderungen auch umzusetzen.
tausch geschützter Titel unterbinden
Anfang November hatte ein US-Landesgericht den Bedingungen einer
gerichtliche Verfügung gegen Madster, entworfen von der
Musikindustrie, zugestimmt. Sollte die Tauschbörse den Tausch von
geschützten Werken nicht unterbinden, muss sie ihren Dienst
einstellen.
Gerichtliche Verfügung gegen AimsterStrafe von 1.500 USD pro Tag
"Wir bedauern diesen Schritt, aber man hat uns keine andere Wahl gelassen," erklärte Matt Oppenheim, Vizepräsident der RIAA. "Die Betreiber haben anscheinend beschlossen das Urteil des Gerichts einfach zu missachten."
Im Zuge des Prozesses erklärte Madster-Gründer Johnny Deep, es sei "unmöglich" die über die Tauschbörse verteilten Songs zu blockieren. Die Musikindustrie antwortete darauf, als zweite Option käme nur die Einstellung des Dienstes in Frage. "Würde man das System einfach ausschalten, käme es auch zu keinen Copyright-Verletzungen mehr."
Nun will die Musikindustrie die Tauschbörse finanziell ausbluten zu lassen. Nicht nur hohe Gerichtskosten sondern auch eine zusätzliche Strafe von 1.500 USD pro Tag bis zum Stopp des Tauschs illegaler Stücke werden nun fällig.
Die vergleichsweise geringe Pönale ergibt sich aus den geschätzten Einnahmen des Dienstes. Madster zählt ungefähr 9.000 Abonnenten, die jeweils knapp fünf USD pro Monat entrichten.
Es scheint also nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis die Tauschbörse ihre Pforten für immer schließen muss.
Kazaa und Morpheus vor Gericht
Doch alle Augen sind derzeit auf andere Fälle gerichtet. Am
Montag beginnt in Los Angeles die Anhörung der Musikindustrie gegen
Kazaa-Betreiber Sharman Networks und am zweiten Dezember muss sich
Streamcast Networks für Morpheus vor Gericht verantworten.
Neuer Kazaa heizt Copyright-Krieg an
