Salon.com soll Schule machen
Durch geringer als erwartet ausgefallene Werbeeinnahmen und die nachlassende Effektivität herkömmlicher Bannerwerbung schwenken nun eine Anzahl von Online-Magazinen auf eine andere Methode der Werbeinschaltung um und versuchen, sowohl den Lesern als auch den Werbekunden eine befriedigende Lösung zu bieten.
Salon.com bietet seinen Lesern seit Anfang November die Option, sich durch einen kleinen Werbemarathon zu klicken, um Zugriff zu den Abo-Inhalten zu erhalten. Damit entgeht man den Kosten für den Premium-Zugang.
Der Zugang könnte Methode werden: Auch die Online-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "The Economist" hat einigen ihrer Leser ein einjähriges Online-Abo geschenkt, wenn sie sich einer Befragung von Oracle gestellt haben.
Salon.com hat seine erste Werbekampagne mit Autohersteller Mecedes-Benz gestartet und plant nächsten Monat mit zwei weiteren Kunden weitere Versuche.
Salon.com mit neuer WerbestrategieSponsoring für Premium-Content
"Wir entdecken bei unseren Abonnenten eine Zielgruppe für Oracle und machen ihnen dann das Angebot - mit schönem Gruß von Oracle¿, sagt Paul Rossi, Werbechef von economist.com. "Es geht darum, die eigene Site dazu zu verwenden, die Bedürfnisse des Werbers zu befriedigen und einen Schritt über das herkömmliche Marketing hinauszugehen."
Cheryl Lucanegro von Salon.com sieht in ihrem Angebot sogar ein Sponsoring des Werbekunden für den Premium-Zugang. Derart können Leser mehr Zugang zu den Abo-Inhalten und Einblicke in den gebotenen Inhalt erhalten. Wenn es dem User gefällt, so rechnet salon.com, ergebe das am Schluss mehr Abonnenten.
Die Idee hinter dem neuen Marketingformat kommt von Ultramercial, einem Start-up aus den USA.
Ultramercials für Autos und Filme
Die Firma sieht das neue Konzept vor allem für Autohersteller und
Filmstudios als besonders passend.
UltramercialDer Weg zum kostenpflichtigen Content
Viele Leute informierten sich vor einem Autokauf im Netz, und die Autohersteller gäben dem User die Möglichkeit, sich mehr Information über ein Auto zu holen, nachdem sie die Werbung gesehen haben, so Jones.
Die Filmstudios wiederum könnten Inhalte von ihren eigenen Websites verwenden, die normalerweise Leute anziehen, die den beworbenen Film bereits gesehen haben oder vorhaben, ihn anzusehen, um mit Werbeinschaltungen kurz vor dem Start des Films noch mehr Leute anzuziehen.
Jones sieht hinter der neuen Methode auch einen Weg, den Herausgebern zu einem Abonnenten-System zu verhelfen, nachdem viele noch immer an der Werbeflaute leiden.
"Das ist eine Brücke zwischen gratis und kostenpflichtig und gibt den Herausgebern die Möglichkeit, sich das Modell näher anzusehen und ihre Geschäftsmodelle zu ändern¿, meint Jones.
