MobilCom ist gerettet
Der Mobilfunkanbieter MobilCom ist nach wochenlanger Zitterpartie gerettet.
Unternehmensgründer Gerhard Schmid unterzeichnete Donnerstagabend einen Vertrag, mit dem seine Aktien und die Aktien der Firma seiner Frau an den ehemaligen RTL-Chef Helmut Thoma als Treuhänder übertragen werden.
Der Vertrag sei mit der Bundesregierung und dem Unterhändler Dieter Vogel abgestimmt, sagte eine Schmid-Sprecherin in Frankfurt. Die Aktie schoss nach der Meldung hoch und schloss um 33,6 Prozent stärker bei sechs Euro.
"Sieg der Logik und Vernunft"
In einer kurzen Erklärung von MobilCom hieß es, mit dem positiven
Abschluss der Verhandlungen seien alle Voraussetzungen zur
erfolgreichen Sanierung des Unternehmens geschaffen. "Das ist ein
Sieg der Logik und der Vernunft", sagte Unternehmenssprecher
Matthias Quaritsch.
Ex-MobilCom-Chef und Regierung streitenKurz vor der Insolvenz
Es sei jedoch noch offen, ob die notwendigen Verträge mit France Telecom, den Banken und zum Sozialplan mit dem Betriebsrat bereits am Freitag oder erst in der kommenden Woche unterschrieben würden. Die am Freitag vorgesehene Verlängerung des Großkredits über 4,7 Milliarden Euro werde nur erforderlich, wenn die Verträge noch nicht unterschrieben seien.
"Alle gehen davon aus, dass MobilCom nun gerettet ist", sagte die Sprecherin Schmids.
Das Unternehmen war reif für die Insolvenz, nachdem France Telecom im September die Zahlungen für den Aufbau eines Netzes nach dem neuen Mobilfunkstandard UMTS eingestellt hatte.
Die Insolvenz war seit der vergangenen Woche täglich erwartet worden, weil sich die Verhandlungen zwischen Schmid und der Bundesregierung um den Treuhänder-Vertrag in die Länge zogen und das Geld bei MobilCom knapp wurde.
