14.11.2002

VERLÄNGERT

Bildquelle: ORF.at

Weißes Haus vertraut Worldcom

Die amerikanische Regierung hat ihren Vertrag mit dem angeschlagenen US-Telekomkonzern Worldcom trotz der Proteste mehrerer Organisationen um ein weiteres Jahr verlängert.

Worldcom wird verschiedene US-Behörden mit Telekommunikationsdiensten versorgen, darunter auch das Pentagon und die Bundesluftfahrtbehörde.

Nach eingehender Prüfung ist die US General Services Adminstration [GSA] zu dem Schluss gekommen, dass Worldcom die vertraglich verpflichteten Leistungen wie vereinbart erbracht hat, selbst nachdem der Telekomkonzern Mitte dieses Jahres Konkurs anmelden musste.

331 Millionen USD pro Jahr

MCI Worldcom Communications wird nun für mindestens ein weiteres Jahr an die US-Regierung liefern, bis zu drei Mal kann der Vertrag um jeweils ein weiteres Jahr verlängert werden. Im letzten Jahr hatte der Vertrag Worldcom 331 Millionen USD eingebracht.

Die GSA erklärte ebenfalls, dass der ehemalige Worldcom-Finanzchef Scott Sullivan sowie der ehemalige Leiter der Worldcom-Buchhaltung, David Myers, von Geschäften mit der Bundesregierung wegen "hinreichender Beweise auf kriminelles Fehlverhalten" suspendiert worden sind. Die Suspendierungen bleiben bis zum Abschluss eines gerichtlichen Verfahrens aufrecht.

Nach der ersten Bekanntgabe der Falschbuchungen in der Höhe von 3,8 USD im Juni war Sullivan gefeuert worden. Myers hatte seine Entlassung angeboten und sich des Wertpapierbetrugs für schuldig erklärt.

"Es mangelt an Anstand und Ethik"

Die Communication Workers of America und die "Gray Panthers" hatten von der Regierung verlangt, dass der Vertrag nicht verlängert wird, da es der Firma angesichts der Bilanzskandals offensichtlich an dem "nötigen Anstand und Ethik mangelt".

Worldcom ist die zweitgrößte amerikanische Ferngesprächsgesellschaft und der weltgrößte Internet-Netzwerkbetreiber. Das Unternehmen wird nun von den Aufsichtsbehörden und vom Kongress untersucht.