Nächster Schritt zum intelligenten Einkauf
In der Entwicklung des "intelligenten Joghurtbechers" ist Infineon nach eigenen Angaben ein großer Sprung nach vorn gelungen.
Ein Erlanger Team des Chipherstellers hat erstmals elektronische Schaltkreise aus Plastik auf eine herkömmliche Verpackungsfolie aufgebracht. Bisher war dies nur mit sehr hochwertigen Kunststoffen möglich.
Die Funk- oder RFID-Tags [Radio Frequency Identification] haben gegenüber den Strichcodes unter anderem den Vorteil, dass sie keine Sichtverbindung zum Lesegerät haben müssen.
Die flexiblen Funk-Etiketten sollen in wenigen Jahren verfügbar sein und die herkömmlichen Strichcodes auf Waren etwa in Supermärkten ersetzen.
Auch Intel, SAP und Metro arbeiten gemeinsam an der Entwicklung der intelligenten Aufkleber, von denen sich die Unternehmen enorme Ersparnisse in der Handelslogistik versprechen.
"Intelligenter Joghurtbecher" kommtKostengünstige Produktion
Damit ist eine wichtige Voraussetzung dafür geschaffen, die kostengünstigen Chips im Rolle-zu-Rolle Verfahren in Masse zu produzieren. Ähnlich wie beim Zeitungsdruck läuft die Folie bei diesem Verfahren in Hochgeschwindigkeit durch mehrere Beschichtungs- und Strukturierungsvorgänge.
Die Erlanger Wissenschaftler bringen dabei die aktive und empfindlichste Schicht des Dünnfilm-Transistors nicht als erste der einzelnen Chip-Schichten auf das Plastik-Substrat auf, sondern zuletzt.
Künftig sollen alle Produktinformationen wie eine Visitenkarte mit Hilfe der kleinen Plastik-Chips auf die Verpackung gedruckt werden können. Im Gegensatz zu normalen Strichcodes können die Chips zum Beispiel Daten über Herkunft, Lieferdatum und Haltbarkeit über Funk auch selbstständig vermitteln.
Bezahlen ohne Auspacken
Werden statt Strichcodes Funk-Tags eingesetzt, könnte es in
Zukunft möglich sein, an der Supermarktkasse den Einkaufswagen ohne
Auspacken komplett zu durchleuchten. Wenn es dann auch noch gelingt,
den Käufer mit einer berührungslosen Kreditkarte zu identifizieren,
wäre es sogar möglich, auf herkömmliche Kassen ganz zu verzichten.
Einkauf per RadiochipMassentauglich ab 500 Mrd. Chips
Bei vielen gängigen Folienverpackungen wie Chipssackerln handelt es sich um aluminisierte Folien. Diese Aluminiumschicht dient normalerweise als Sauerstoffbarriere zur Frischhaltung der Lebensmittel und kann, durch Flexodruck entsprechend strukturiert, zugleich für die elektronischen Schaltungen als Leiterbahnebene verwendet werden.
Die Chips könnten entweder als Etikett auf die Verpackung geklebt oder vom Halbleiter-Hersteller bereits integriert als "intelligente" Verpackungsfolie angeboten werden.
Für einen massentauglichen Einsatz müssten nach Angaben von Infineon jedoch jährlich mehr als 500 Milliarden solcher Chips produziert werden.
