Konservative hacken Sozialdemokraten
Der Pressechef der konservativen Parteijugend ist ins Intranet der schwedischen Sozialdemokraten eingedrungen und in Folge hinausgeworfen worden.
Während der Wahlkampf in Österreich - was den IT-Aspekt angeht - [noch] vergleichsweise ruhig verläuft, spielt es sich anderswo heftig ab.
Wie der Chef der Volkspartei Schwedens am Montag bestätigte, hatte sich der Pressechef des Jugendverbandes der Partei illegal Zugang zum Intranet der regierenden Sozialdemokraten verschafft und geheime Wahlkampfunterlagen heruntergeladen. Die Folge war seine Entlassung.
Kopf an Kopf
Nach unbestätigten Medienberichten sollen mehrere Personen aktiv als Hacker beteiligt gewesen sein, um an Strategiepapiere für den Wahlkampf heranzukommen.
Rund zwei Wochen vor der Reichstagswahl am 17. September liegt das konservative Lager in den meisten Umfragen knapp vor dem Block aus Sozialdemokraten, Grünen und Linkspartei.
Wahlkampfspionage
Der Skandal ist der zweite Fall von Wahlkampfspionage innerhalb kurzer Zeit. Vor rund zwei Wochen war bekannt geworden, dass ein Parlamentskandidat der Christdemokraten versucht hatte, sich als Wahlhelfer bei der sozialdemokratischen Jugendorganisation SSU einzuschleichen.
Alle E-Mails in Kopie
In der deutschen Provinz geht es hingegen um die Überwachung des E-Mail-Verkehrs der eigenen Partei. Der Brandenburger CDU-Landesgeschäftsführer Rico Nelte soll von nahezu allen Mails an CDU-Politiker und -Funktionäre sowie Mitarbeiter der CDU-Landesgeschäftsstelle Kopien erhalten haben, von denen die eigentlichen Empfänger offenbar nichts wussten.
Nach Angaben der Cottbuser Staatsanwaltschaft übergab das CDU-Mitglied Daniel Schoenland den Ermittlern Datenmaterial und Unterlagen über den CDU-Mail-Verkehr, die von Ermittlern nun untersucht werden.
Schoenland war zwei Jahre lang als Dienstleister für die Website und die Mailserver der Brandenburger CDU zuständig.
(APA | DPA)
