Österreichs Provider im Test
Die Zeitschrift "Konsument" hat für ihre aktuelle Ausgabe [November] 40 Produkte von 25 heimischen Internet-Providern unter die Lupe genommen.
Bei allen Testkriterien [Kostenaufwand, technische Leistungen, Webauftritt und Support] konnten nur zwei Provider [telering und Inode] mit der Note "sehr gut" punkten. Die meisten Produkte wurden in der Gesamtbeurteilung mit "gut" bewertet [insgesamt 27], elf waren nur "durchschnittlich".
Inode hat erst Anfang der Woche der Telekom Austria vorgeworfen, "die Entstehung einer unabhängigen Infrastruktur regelrecht zu sabotieren". Dabei geht es um die Erstellung von entbündelten Leitungen auf der "letzten Meile" zum Kunden. Hier sind die Entbündeler in der Aufbauphase weitgehend auf die Zusammenarbeit der TA angewiesen.
"TA sabotiert alternative Investitionen"Chello nur "durchschnittlich"
Beim ADSL-Zugang erzielten die Provider Inode, Silverserver, Wvnet und Ycnetworks mit der Note "gut" die besten Ergebnisse, neun schnitten "durchschnittlich" ab.
Bei den fünf getesteten Kabelnetzbetreibern hingegen wurde nur UPC Telekabel mit "durchschnittlich" bewertet, die Mitbewerber Kabelsignal, Salzburg-AG , Tplus und Liwest erreichten die Note "gut".
In Bezug auf Kostentransparenz sind Kabelnetze anderen Internet-Zugängen meist überlegen: Sind allfällige Einrichtungsgebühren erledigt, weiß der User, welche Kosten regelmäßig anfallen. Die monatliche Pauschale beträgt meist zwischen rund 30 und 70 Euro.
Durch einen Initialisierungsfehler der Software waren Teile des Wiener Chello-Netzwerkes allerdings diese und letzte Woche offline. Der Chello-Helpdesk hat auf Anfrage verschienen Usern einen Kostenersatz für den ausgefallenen Internet-Dienst in Aussicht gestellt.
Chello mit "Geld-zurück-Garantie"Modemzugang für Neueinsteiger
Bei geringer Nutzung ist laut "Konsument" nach wie vor der Dial-in-Zugang am günstigsten, also via Modem und Festnetztelefon. Mit ADSL- oder Kabelanbindung ist man zwar flotter im Web unterwegs, aber sie sind um einiges teurer. Mobiler Internet-Einstieg via GPRS-Handy ist noch immer langsam - zirka ein Viertel der Geschwindigkeit eines Modemzuganges - und trotzdem kostspielig.
Prinzipiell rät "Konsument" sowohl Neueinsteigern als auch umstiegswilligen Surfern, ihre Gewohnheiten zu prüfen, bevor sie sich für die eine oder andere Ein- oder Umstiegsvariante entscheiden.
Dazu gehören das persönliche Internet-Verhalten nach Zeit und Umfang der in Anspruch genommenen Internet-Dienste, bereits vorhandene oder gegebenenfalls noch anzuschaffende technische Ausrüstung sowie die Entscheidung über stationären oder mobilen Zugang.
Zwölf Stunden pro Monat online
An einem Rechenbeispiel zeigt "Konsument", wie viel an Kosten
sich Standard-User über das Jahr bei Modem-Zugang sparen können: Wer
im Durchschnitt zwölf Stunden pro Monat im Netz ist, kommt im
rechnerischen Mittel aller Anbieter mit rund 22 Euro davon -
Onlinekosten schon mit berücksichtigt.
Der Test von KonsumentADSL und Kabel ortsgebunden
Für ADSL- oder Kabelanbindung ist damit laut "Konsument" im Schnitt deutlich mehr als das Doppelte zu bezahlen, die Telefongrundgebühr jeweils nicht mitgerechnet.
Für ADSL wie für Kabel gilt: Beide Anschlussarten sind ortsgebunden. Im Idealfall ist man mit ADSL oder Kabel allerdings bis zu zwölf Mal schneller unterwegs, wenn es um den Bezug von Daten geht [Download], und bis zum Doppelten, wenn man selbst versendet [Upload]. Beim Gros der Online-User soll sich das laut "Konsument" jedoch kaum bemerkbar machen.
Starke Argumente für Kabel und ADSL sind die freie Telefonleitung und die ständige Verbindung mit dem Internet. Ob die damit verbundenen Einrichtungskosten und erhöhten Pauschalen den Vorteil eines nicht besetzten Festnetztelefons wettmachen können, ist individuell abzuwiegen.
Interessant sind Breitbandzugänge laut Test für jene, die große Dateien wie Musik und Filme auf den eigenen PC übertragen, sich mehrere User [etwa die Familie] einen Internet-Zugang teilen und sich die Monatspauschale auf Grund der Summe der Einzel-Verbindungszeiten rentiert.
