MS überlegt Einstellung der Xbox in AU
Falls die australischen Gesetze in punkto Urheberrechtsschutz nicht geändert würde, könnte sich Microsoft dazu gezwungen fühlen, den Verkauf der Spielkonsole Xbox in Australien komplett einzustellen.
Das erklärte MS-Chef Steve Ballmer in Anspielung auf ein Urteil, das australische Gerichte im Sommer gegen Sony aussprachen.
Sony erlitt im Juli 2002 einen schweren Rückschlag im internationalen Kampf gegen "Mod-Chips". Ein Gericht in Australien entschied, dass der Verkauf von Mod-Chips für die Playstation laut australischen Gesetzen nicht gegen den Urheberrechtsschutz verstoße.
Die Begründung des Richters
Da auf einer nicht modifizierten Playstation legale Handlungen
wie ein Abspielen von rechtmäßig erworbenen importierten Spielen
oder persönlichen Sicherheitskopien nicht möglich sei, stelle die
Installation eines Mod-Chips keine Umgehung der Sicherheitsmaßnahmen
dar.
Mod-Chips für die Playstation sind legal"Macht wirtschaftlich keinen Sinn"
"Der Verkauf unserer Software basiert auf einem Lizenzsystem, das Gebühren für jedes verkaufte Programm vorsieht. Können wir dieses System aufgrund von Gesetzen nicht einhalten, macht es wirtschaftlich einfach keinen Sinn," sagte Balllmer.
Australische Konsumentenschützer kontern, dass Playstation-Titel in "down under" mit Preisen von umgerechnet bis zu 70 Euro vergleichsweise teuer seien. Daher beziehen viele Australier ihre Spiele via Internet aus den USA oder Europa.
Durch ein Mod-Chip-Verbot würden Konsolenbesitzer um die Möglichkeit gebracht, von den Preis- und Leistungsvorteilen ausländischer Anbieter zu profitieren oder in Australien nicht erhältliche Importtitel überhaupt erst zu erwerben.
