Handys werden immer unausgereifter
Auf einer Fachmesse hat Sony-Entertainment-Chef John Smedley ungewöhnlich deutliche Kritik an der derzeitigen Qualität von Handys vorgetragen.
Smedley warnte die Hersteller und damit auch seine eigenen Konzernkollegen vor immer kürzeren Entwicklungszyklen, da die fehleranfälligen und unausgereiften Geräte eine Gefahr für eine Reihe von mobilen Hoffnungsmärkten darstellen würden.
Der Sony-Entertainment-Chef bezog sich insbesondere auf den mobilen Gaming-Markt, der sowohl für die Netzbetreiber als auch für die Software-Hersteller und Inhaltsanbieter ein bedeutender Markt werden soll.
Smedley äußerte sich auf der Konferenz "Wireless I.T. and Internet 2002", die von der Cellular Telecommunication and Internet Association organisiert wird.
Wireless I.T. and Internet 2002Kein Nischenmarkt
Laut Smedley soll der mobile Gaming-Markt bis 2007 ein Volumen von rund sieben Milliarden USD ausmachen.
Und auch die heimische Mobilkom ist davon überzeugt, dass Spiele am Handy kein "Nischenmarkt" bleiben werden.
"Die Erfolgsfaktoren für die Plattform sind interaktive und kurzweilige Spiele, die ohne Anleitung gespielt werden können. Time-Killer mit einem Wort", erklärte Produkt-Marketingmanager Robert Walder im April.
Handy-Spiele sind kein NischenmarktImmer anfälliger
Smeldy hat mit seiner Kritik an der steigenden Tendenz zu defekten Handys offenbar Recht:
Fiel im letzten Jahr noch jedes siebente Handy während der ersten 24 Monate aus, versagte bei dem aktuellen Mängelreport der Zeitschrift "Connect" schon jedes fünfte Handy im Laufe der ersten zwei Jahre den Dienst.
Vor einem Jahr veröffentlichte die Zeitschrift den ersten Handy-Mängelreport. Auch in diesem Jahr wurden über 20.000 Leser befragt, wie es um die Funktionalität ihrer Handys stehe.
Handys immer anfälliger für ReparaturenNetzbetreiber drängeln Hersteller
Als Ursache für die sinkende Qualität der ausgelieferten Handys machte der Sony-Entertainment-Chef auch die Ungeduld der Netzbetreiber aus, die die Hersteller darauf drängen würden, auch ungenügend getestete Geräte auf den Markt zu bringen.
Die Netzbetreiber wiederum brauchen die neuen Modelle, um die erweiterten Funktionen ihrer neu aufgebauten Netze auch anbieten zu können.
Derzeit schieben sich beispielsweise Netzbetreiber und Handyhersteller gegenseitig die Schuld an der verzögerten Einführung des UMTS-Mobilfunkstandards zu. Von den Netzbetreibern geht dabei ein nicht unerheblicher Druck auf die Handyproduzenten aus.
Nach Ansicht der Mobilfunker bringen die Handy-Erzeuger nicht rechtzeitig Geräte auf den Markt.
Österreich soll UMTS-Vorreiter werdenBuggy Aussichten
Laut Smedley dürfte der Trend zu fehleranfälligen Handys sogar noch anhalten: Zum einen durch den Start der UMTS-Netze, zum anderen durch den verschärften Wettbewerb in der Branche.
Diesem begegnen die Hersteller auch mit immer mehr neuen Modellen, so bringt allein Nokia in diesem Jahr insgesamt 22 neue Geräte auf den Markt.
Nokia mit Produktfeuerwerk
