Schärfere EU-Bilanzregeln verschoben
Die EU-Kommission will voraussichtlich erst Anfang kommenden Jahres schärfere Regeln zur Informationspflicht börsenotierter Unternehmen vorschlagen.
Der neue Entwurf war ursprünglich bereits bis Ende dieses Jahres erwartet worden. Er ist Teil der Bemühungen innerhalb der Europäischen Union, nach den Bilanzskandalen um die US-Unternehmen Enron und WorldCom die Transparenz für die Investoren zu stärken.
Nach dem Kommissions-Entwurf müssen größere Unternehmen ausführlich Rechenschaft über ihre Geschäftsentwicklung ablegen. Firmen mit einem Umsatz unter 25 Millionen Euro hingegen müssen nur ihren Nettoumsatz und ihr Vorsteuerergebnis offen legen.
USA: Kompromiss bei Bilanzeid für EU-FirmenAktionärsrechte stärken
EU-Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein hatte am Donnerstag gesagt, mit der geplanten Direktive solle etwa die Berichterstattung börsennotierter Unternehmen über größere Änderungen der Besitzverhältnisse verbessert werden.
Bolkestein wies zugleich die Kritik zurück, seine Pläne, von börsenotierten Unternehmen wie in den USA obligatorisch Quartalsberichte zu verlangen, führten zu kurzsichtigem Denken bei Unternehmenschefs und Anlegern.
Für Unternehmen, die Schuldtitel begeben, soll es voraussichtlich eine Pflicht zur halbjährlichen Berichterstattung geben.
Der Entwurf enthält ferner einige Vorschläge, um die Rechte von Aktionären zu stärken. So sollen Aktienbesitzer ihr Stimmrecht auch per Email oder Internet ausüben dürfen. Außerdem müssten Unternehmen dem Entwurf zufolge die Anleger informieren, sobald ein Investor mehr als fünf Prozent der Aktien besitzt.
