08.10.2002

TURNIER

Bildquelle: orf on

Mensch besiegt Rechner im Schach

Wladimir Kramnik hat in Bahrain auch die dritten Partie gegen das Schachprogramm Deep Fritz gewonnen.

Der Weltmeister aus Russland besiegte seinen Gegner am Dienstagabend nach knapp fünf Stunden und 51 Zügen. Im Gesamtklassement führt Kramnik jetzt bereits mit 2,5:0,5 Punkten.

Kramnik spielt nach Ansicht der Experten vor Ort äußerst stark und beinahe fehlerlos. Nur im ersten Spiel hatte der vorher von den Experten so gelobte Computer ein Remis erreicht.

Eine Millionen USD Preisgeld

Der Emir von Bahrain steuert ein Preisgeld in Höhe von einer Million USD bei. Gewinnt Deep Fritz, so gibt es 400.000 USD für den Hersteller Chessbase.

Kramnik erhält bei einem Sieg die ganze Million. 800.000 USD bleiben ihm bei einem Remis, 400.000 USD trösten über eine Niederlage hinweg.

Am Mittwoch ist im Mind Sport Center von Bahrains Hauptstadt Manama Ruhetag. Die vierte Partie wird am Donnerstag gespielt.

Kramnik hat dann die weißen Figuren. Aus den restlichen fünf Partien benötigt der Moskauer noch zwei Punkte, um die gesamte Börse für das Duell "Mensch gegen Maschine" mit nach Hause zu nehmen.

Schwacher Bauernzug

Deep Fritz hatte zuletzt versucht, den Menschen mit der Schottischen Eröffnung zu überraschen. Der Champion zeigte sich jedoch voll auf der Höhe und konnte die Stellung schnell ausgleichen. Im Mittelspiel leistete sich der Computer einen schwachen Bauernzug, wonach Kramnik die Initiative auf dem Brett übernehmen konnte. Der Russe gewann einen Bauern und besetzte mit seinen beiden Türmen die offenen Linien im Zentrum. Die Maschine kam wie schon im zweiten Durchgang in Zugzwang und konnte nicht verhindern, dass sich ihre Position zunehmend verschlechterte. Resignierend quittierten die Fritz-Programmierer der Firma ChessBase aus Hamburg darum über ihre zweite Niederlage.

Der Herausforderer: Deep Fritz

Deep Fritz läuft in Bahrain auf einem Rechner mit acht Xeon-Prozessoren, die mit 900 MHz getaktet sind.

Mehr als 3,5 Millionen berechnete Positionen pro Sekunde soll er analysieren können.