07.10.2002

CHECK & MATE

Bildquelle: PhotoDisc | ORF.at

Kramnik geht gegen Deep Fritz in Führung

Im Kampf gegen das elektronische Schachprogramm "Deep Fritz" hat Weltmeister Wladimir Kramnik am Sonntag in Bahrain am Persischen Golf die mit Spannung erwartete zweite Partie gewonnen.

Der Russe führte die weißen Steine und zwang den Computer nach fünfeinhalb Stunden und 57 Zügen zur Aufgabe. Die erste Partie am Freitag hatte remis geendet. Im Gesamtklassement führt Kramnik jetzt mit 1,5:0,5 Punkten.

Menschliche Operatoren ziehen den Stecker

Wenige Züge später gaben die Bediener von "Deep Fritz" das hoffnungslose Spiel verloren.

Das Preisgeld für den Wettkampf, von Bahrains König Hamad bin Isa al-Khalifa gestiftet, beträgt eine Million USD. Gewinnt Kramnik, bekommt er die ganze Summe, bei einem Unentschieden noch 800.000 USD. Dass der Russe verlieren könnte, daran denkt bei diesem Spielstand im Moment kein Experte. In diesem Fall würde Kramnik immer noch 600.000 USD erhalten.

Fritz gegen Deep Blue

Maschinen waren Fritz als Gegner bisher nicht gewachsen. Deep Blue etwa, der legendäre IBM-Schachcomputer, der Garry Kasparov 1997 besiegte, war gegen Fritz machtlos.

Die deutschen Chessbase-Entwickler von Deep Fritz sagten, dass man mit einem 4:4 mehr als zufrieden wäre. Selbst eine knappe Niederlage von 3,5:4,5 oder auch 3:5 gegen den Weltmeister wäre schon ein Erfolg.