Börsentalfahrt "wie in den 30er Jahren"
Der deutlich reduzierte Gewinnausblick des weltweit zweitgrößten IT-Dienstleisters Electronic Data Systems [EDS] hat an den US-Börsen am Donnerstag die Ängste der Anleger vor einer erneut schwachen Bilanzsaison verstärkt und die Kurse deutlich gedrückt.
Belastet hätten außerdem Sorgen um die Kosten eines möglichen Angriffs auf den Irak, sagten Händler. Zusätzlich hätten schwache Konjunkturdaten die Stimmung der Anleger getrübt, sagten Händler.
Der Dow-Jones-Index fiel zum Handelsschluss um 2,82 Prozent auf 7942,39 Punkte und damit unter die psychologisch wichtige Marke von 8.000 Zählern. Der technologielastige NASDAQ-Index verlor 2,85 Prozent auf 1216,44 Zähler.
Die Titel des weltgrößten Computerkonzerns IBM gerieten in den Sog dieses düsteren Ausblicks und verloren rund 6,7 Prozent auf 64,80 USD. Mehrere Investmentbanken hatten als Folge der EDS-Nachrichten ihre Prognosen für den IBM-Konzern reduziert, der zugleich Weltmarktführer bei Computerdienstleistungen ist.
Kurseinbrüche bei IT-DienstleisternTalfahrt in Frankfurt
Die Talfahrt dauerte auch an den Börsen in Frankfurt ungebremst an. Der DAX glitt am Donnerstag weiter auf die Marke von 3.000 Punkten zu. Am frühen Abend wurde der deutsche Leitindex nach einem Verlust von 2,75 Prozent bei 3.039 Zählern notiert.
Auf dem Neuen Markt fiel der NEMAX 50 um 1,18 Prozent auf 401 Punkte. Hier war erneut die MobilCom-Aktie mit Verlusten von 15,09 Prozent auf 2,25 Euro der schwächste Wert. Das Papier ist aber immer noch etwa doppelt so teuer wie vor der Zusage der Millionen-Finanzspritze am Wochenende.
"Wir haben hier einen Bärenmarkt, wie er schlechter nicht sein kann. Das ist nur noch mit den 30er Jahren vergleichbar", sagte Aktienhändler Giuseppe Amato von Lang und Schwarz. "Und es wird noch viele Monate dauern, bis sich ein stabiler Aufwärtstrend etablieren wird." Ein anderer Händler verwies auf trübe Konjunkturaussichten und weitere negative Unternehmensmeldungen. Zudem laste die Irak-Krise auf der ohnehin schlechten Börsenstimmung.
Abwärts für IT-Werte
Die Technologiebranche geriet Händlern zufolge durch die revidierte EDS-Gewinnprognose weiter unter Druck.
Aktien des Software-Konzerns SAP verloren 5,58 Prozent auf 53,62 Euro. Das Papier des Bauelemente-Herstellers EPCOS büßte 5,24 Prozent auf 9,40 Euro ein.
Siemens gaben 2,78 Prozent auf 37,40 Euro nach. Der Anteilsschein des Chipherstellers Infineon lag 3,29 Prozent tiefer bei 7,64 Euro.
