"Das Online-Greißlerstreben beginnt"
Der September-Report des "Webshop-Monitors" zeichnet kein schönes Bild von der österreichischen E-Commerce-Branche.
Lediglich 20 Prozent der zum 31. August untersuchten 2.702 Shops erfüllen die gesetzlichen Vorgaben. Sieben Prozent werden gar als "gefährliche Cyberbuden" bezeichnet.
Untersucht wurden dabei die Angaben der Unternehmen auf ihren Homepages. Wie die Firmen tatsächlich mit ihren Kunden verfahren, kann naturgemäß auf diese Weise nicht ermittelt werden.
Richthilfe für Konsumenten
E-Rating untersucht laufend kommerzielle österreichische Webshops
auf die Einhaltung von Bestimmungen, die für Konsumenten wichtig
sind. Ein Punkte-Rating gibt Auskunft darüber, ob der Verkäufer in
Aussicht stellt, sich an die Vorschriften zu halten.
e-rating.atLichtblick klassischer Versandhandel
Mit 52 Prozent gesetzeskonformen Shops ist im Bereich des klassischen Versandhandel erstmals die Mehrheit der Shops rechtskonform.
Hans Zeger vom E-Rating-Betreiber Arge Daten führt dies auf die zunehmende Präsenz internationaler Anbieter in diesem Marktsegment zurück. Sein Ausblick auf die Entwicklung in den nächsten Monaten fällt so aus:
"Wir erwarten bis Jahresende eine weitere Erhöhung des Anteils der vertrauenswürdigen Shops. Nicht weil bestehende Shops besser werden, sondern etliche unprofessionelle Klein- und Kleinstanbieter aufgeben werden."
"Das Online-Greißlersterben beginnt, bevor überhaupt ein Geschäft gemacht wird."
Vertrauensbildende Maßnahmen fehlen
Aus der Zusammenfassung des Berichtes: "Analysiert man alle
Fakten, haben wir derzeit ein Potenzial von rund drei bis vier
Prozent Hardcore-Online-Shoppern, die auch durch Privacy-Angriffe
nicht vom Shoppen abzuhalten sind, weiterefünf Prozent können durch
E-Commerce-Angebote angesprochen werden. Wir haben aber auch rund 60
Prozent, die Online-Geschäfte dediziert ablehnen. Nur 30 Prozent der
Konsumenten sind offenbar unentschlossen und wären tendenziell für
Online-Shopping zu gewinnen."
Der Report [PDF]Gütesiegel
Verschiedene Studien haben ergeben, dass die Österreicher nur wenig Vertrauen in Webshops haben. Sogar unter jenen, die tatsächlich online einkaufen, sind 78 Prozent der Meinung, dass ihre Daten missbraucht werden.
Überhaupt hat erst rund ein Prozent der Netzhändler ein Gütesiegel. Diese werden hauptsächlich von zwei Institutionen, dem Internet-Ombudsmann und dem Handelsverband, vergeben.
Von den insgesamt 92 ausgezeichneten Shops erfüllen 72 die wichtigsten Kriterien, neun weisen einzelne rechtliche Mängel auf und bei zweien ist unklar, wie sie zu der Auszeichnung gelangt sind.
Schwarze Schafe
Neben einigen kleineren, zweifelhaften Geschäften schaden vor
allem größere Händler wie Kaufshop dem Ruf der Branche, wenn sie
durch Missachtung rechtlicher Verpflichtungen von sich reden machen.
Kaufshop landet auf der Watchlist
