Kaufshop.at landet auf der Watchlist
Um das Vertrauen potenzieller Kunden in Online-Shops zu stärken, beboachten verschiedene Einrichtungen die Anbieter. Einer davon wurde nun vom österreichischen Internet Ombudsmann auf die Watchlist gesetzt.
Die zweifelhafte Ehre wurde "kaufshop.at" zu Teil. Grund sind zahlreiche Beschwerden von Kunden, die auch nach monatelangem Einsatz durch den Ombudsmann nicht zufriedenstellend erledigt werden konnten.
Nun sind Anwälte am Werk und auch gerichtliche Schritte nicht ausgeschlossen.
Seit 1999
Zusammen mit dem Trägerverein [Österreichisches Institut für
angewandte Telekommunikation, ÖIAT] wurde das Projekt
Internet-Ombudsmann von Arbeiter- und Wirtschaftskammer, dem Verein
für Konsumenteninformation, der ISPA sowie von Wirtschafts- und
Justizministerium 1999 aus der Taufe gehoben.
Der OmbudsmannVon Einkauf wird abgeraten
Aus den Kundenbeschwerden geht hervor, dass Kaufshop nach Online-Bestellungen Vorauszahlungen entgegengenommen, danach aber nicht geliefert hat.
Mehrere Kunden, so informiert der Ombudsmann, mussten monatelang auf die Rückzahlung ihres Geldes warten und wurden in der Zwischenzeit immer wieder mit "nachweislich falschen" Angaben des Unternehmens vertröstet.
In der Mitteilung heißt es weiter:
"Zusätzlich versucht kaufshop.at durch unzulässige Formulierungen in seinen AGB [Allgemeine Geschäftsbedingungen], die im Fernabsatzgesetz geregelten Rücktrittsrechte von sieben Tagen auf 72 Stunden einzuschränken und lehnt in einem Schreiben an den Internet Ombudsmann eine Änderung dieser Formulierungen ab."
"Aufgrund der bisherigen Erfahrungen muss von einem Einkauf bei kaufshop.at abgeraten werden."
Die WatchlistE-Rating ausgesetzt
E-Rating.at ist ein Projekt der Arge Daten. Alle österreichischen Webshops werden auf Einhaltung des E-Commerce-Gesetzes überprüft und erhalten ein entsprechendes Ranking.
Das Ranking des nun in die Kritik geratenen Kaufshop wurde allerdings ausgesetzt. Auch e-rating rät von einem Einkauf dort ab.
Obwohl nur rund ein Fünftel der Webshops alle gesetzlichen Bestimmungen auf dem "Papier" erfüllen, ist das komplette Aussetzen eines Ratings doch ein bemerkenswerter Schritt.
Die WarnungKurze Liste
Die Watchlist des Ombudsmanns ist ziemlich kurz, Kaufshop ist erst der sechste Eintrag.
Vier Einträge betreffen Online-Versteigerungen von "Traumreisen", wobei offenbar keine entsprechenden Leistungen erbracht wurden. Nach Vorauskassa sollen zum Großteil wertlose "Gutscheine" zugesandt worden sein.
Im Februar wurde der deutsche Anbieter Topnic abgemahnt. Grund waren Angebote von Topnic.com for "Gratis-Internet-Domains", wobei jedoch bei Nichtnutzung der Domain eine Abmeldegebühr verrechnet wird.
Der Fall Topnic
