Voicestream und Cingular vor Fusion
Die Fusionsverhandlungen zwischen Voicestream, der als Mobilfunkanbieter tätigen US-Tochter der Deutschen Telekom, und dem zweitgrößten amerikanischen Handynetzbetreiber Cingular Wireless machen angeblich Fortschritte.
Dies meldet die "Financial Times" am Freitag. Dem Bericht zufolge haben sich die möglichen Partner bereits über die Anteile an einem künftigen Unternehmen verständigt.
Strittig seien weiterhin Personalfragen und die Regelung um Kapitalerhöhungen. In diesen Punkten wolle man bis Ende Oktober einen Konsens erreichen, so das Blatt weiter, das sich auf interne Quellen beruft.
James Golob, Analyst bei Goldman Sachs, hatte erst kürzlich einen Verkauf von Voicestream als unwahrscheinlich bezeichnet und den Grund für das voraussichtliche Festhalten an Voicestream im EBITDA der Mutter gesehen. Die DT werde zu dem Schluss kommen, dass der Verkauf oder eine Fusion von Voicestream das künftige Wachstumspotenzial beim EBITDA so einschränken würde, dass sie es besser nicht tun würden, sagte Golob.
Voicestream doch noch TochterDas Schwesterblatt "Financial Times Deutschland" [FTD] berichtet derweil, dass die Verhandler noch kurz vor einer Einigung über die Anteile stehen. Laut FTD verlangt die Deutsche Telekom mehr Kontrolle über das neue Unternehmen. Der Konzern verlange auch bessere Bedingungen zu Verkaufszeitpunkt und Vertragsbedingungen.
Die Deutsche Telekom sitzt auf einem Schuldenberg von 64 Milliarden Euro, wovon acht Milliarden auf Voicestream entfallen. Von diesen acht Milliarden möchte man sich im Zuge der Fusion trennen, als realistisch wird in der Branche eine Umschichtung von drei bis fünf Milliarden Euro erwartet.
Sihler, Interimschef des deutschen Ex-Monopolisten, hatte unlängst angekündigt, dass man sich bei der US-Tochter "alle Optionen offen¿ halte.
Die Aktie der Deutschen Telekom hat am Freitag zu Handelsbeginn positiv auf die Nachrichten reagiert.
