Voicestream doch noch Tochter
Die Deutsche Telekom will die US-Mobilfunktochter Voicestream entgegen anders lautender Berichte nicht verkaufen.
Mehrere Analysten sagten am Mittwoch im Anschluss an Investorengespräche, die Telekom habe nicht die Absicht, sich von der US-Mobilfunktochter zu trennen. Die Telekom lehnte einen Kommentar dazu ab.
Ein Analyst einer großen deutschen Bank sagte im Rahmen einer Roadshow der DT, das Telekom-Management habe zu Voicestream die "klare Aussage" getroffen: "Voicestream steht nicht zum Verkauf."
Auch die bei der Telekom als langjährige Beraterin tätige Investmentbank Goldman Sachs erwartet, dass man sich nicht von Voicestream trennen wird.
VoiceStream64 Milliarden Euro Schulden
James Golob, Telekom-Analyst ebendort, sieht als einen Grund für das voraussichtliche Festhalten an VoiceStream das EBITDA der Mutter.
Die DT werde zu dem Schluss kommen, dass der Verkauf oder eine Fusion von Voicestream das künftige Wachstumspotenzial beim EBITDA so einschränken würde, dass sie es besser nicht tun werden, sagte Golob. Neben Voicestream und den übrigen Mobilfunkbeteiligungen gilt auch die Systemhaus-Sparte der Telekom als möglicher Anheizer des EBITDA.
Spekulationen um eine mögliche Trennung der Telekom von Voicestream haben in den zurückliegenden Wochen neue Nahrung erhalten.
Zum einen war Konzernchef Ron Sommer, der maßgebliche Kopf hinter dem Kauf, im Streit mit dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Zudem hatten mehrere Medien über Sondierungsgespräche zwischen der Telekom und den US-Wettbewerbern AT&T Wireless und Cingular berichtet. Betreff: Übernahme.
Die Telekom will ihre Verschuldung bis Ende kommenden Jahres von derzeit 64 auf 50 Milliarden Euro senken. Voicestream trägt zu diesem Stand aktuell acht Milliarden bei.
