TA-Feldversuch für Internet-TV
Die Telekom Austria startet im Rahmen eines EU-Projekts im Herbst einen Feldversuch für Fernsehen via Internet.
1.500 bis 2.000 ADSL-Kunden der Telekom werden in den nächsten drei Monaten "jet2web.tv", ein kostenpflichtiges Videoabrufsystem, testen, sagte Michael Fried, Leiter des Bereichs Internet/Media bei der TA.
Stellt sich das Angebot als erfolgversprechend heraus, soll bereits im nächsten Jahr mit der kommerziellen Vermarktung gestartet werden.
Die 66-prozentige TA-Tochter IVS Interaktive Video Services hat laut Geschäftsführer Klemens Überreiter bereits rund eine Millionen Euro in die Entwicklung einer Video-Plattform investiert. Ein Online-Video-Archiv für Schulen, das die IVS gemeinsam mit dem Unterrichtsministerium entwickelt hat und zurzeit 130 Stunden Lehrfilmmaterial umfasst, läuft bereits.
IVS Interaktive Video ServicesDie Sache mit der Konvergenz
Die TA will online unter anderem Nachrichten, Sport und Kinofilm-Vorschauen anbieten. Als Partner hat die TA bereits etwa den ORF, Eurosport oder webfreetv gewonnen.
Richtige "Blockbuster" sind derzeit noch nicht im Programm. Neue Partner werden aber weiter gesucht. "Ziel ist es, die Konvergenz zwischen Fernsehen und PC herzustellen und langfristig dem traditionellen Fernsehen Konkurrenz machen", so Fried weiter.
Die Marke "Jet2Web", die unlängst im Rahmen einer neuen CI für die TA abgelöst wurde, soll laut TA-Chef Heinz Sundt "nicht in den Mist geworfen" werden, sondern nur noch für "echte Multimedia-Aktivitäten eingesetzt werden". Daher wurde "speed.at" bereits eingestampft und "jet2web.tv" zum neuen "Multimedia-Portal" der TA.
Multimedia statt MistDie Kosten
Für die TV-Inhalte ist eine monatliche Fixgebühr von fünf bis zehn Euro für ein Paket [etwa für tägliche Sportnachrichten] geplant. Aber auch eine Verrechnung pro Film werde es geben, betonte Fried.
Technischer Kern der Entwicklung ist das US-Video-System Virage, laut IVS Marktführer in diesem Bereich. Zusätzlich zum herkömmlichen Fernsehen bietet die Technologie auch ein vollständiges Transkript des Videotextes. Dadurch kann der Benutzer im Video wie in einem Text nach Begriffen suchen. Klickt er dann im Transkript auf die gesuchte Stelle, springt das Video genau an diesen Punkt.
"Bei der derzeitigen Übertragungsrate eines herkömmlichen ADSL-Anschlusses ist die Qualität besser als bei einem VHS-Video. Bei einer Übertragungsrate von ein Megabit erreicht man schon DVD-Qualität", gibt sich IVS-Chef Überreiter optimistisch.
Präsentiert werden soll das neue System auf der Wiener IT-Fachmesse Ifabo Mitte des Monats.
