29.08.2002

GAME-WEEKEND

Bildquelle: messen

Europäische Spielemessen starten

Die beiden wichtigsten Computerspiele-Messen Europas, die Games Convention in Leipzig und die ECTS in London haben heute ihre Pforten eröffnet.

In den nächsten Tagen wollen Hunderte Aussteller aus aller Welt ihre neuesten Spieleproduktionen dem europäischen Fachpublikum und interessierten Endkunden präsentieren und damit ein europäisches Pendant zur amerikanischen E3 etablieren.

GC soll Absatz ankurbeln

Die deutsche Games Convention findet dieses Jahr zum ersten Mal statt. Die Veranstalter wollen mit der deutschen Messe den Umsatze in der Spiele-Branche ankurbeln.

"Die Branche setzte im vergangenen Jahr allein in Deutschland etwa eine Milliarde Euro um, mehr als die gesamte Kinobranche an Tickets verkaufte", sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Unterhaltungssoftware Deutschland [VUD], Hermann Achilles. Der VUD ist Veranstalter der GC.

Die GC sei der "Startschuss, um Games künftig einer noch breiteren Zielgruppe nahe zu bringen", denn es sei durchaus noch mehr Absatzpotenzial vorhanden.

Zwischen ungebremster Nachfrage und Selbstkontrolle

Auch die tragischen Ereignisse im nahe gelegenen Erfurt werden in Leipzig keineswegs totgeschwiegen. In Gesprächsrunden mit Experten und Spielern soll diskutiert werden, inwiefern Baller-Spiele die Gewaltfantasien fördern.

Achilles sieht in den Spielen einen wichtigen Baustein für die Entwicklung von Kreativität und Sozialverhalten. Die Spielehersteller bewegten sich dabei auf einem Grat zwischen ungebremster Nachfrage und Selbstkontrolle, sagte Achilles.

ECTS erstmals auch für Endkunden

Die in erster Linie an das Fachpublikum gerichtete Londoner Spielemesse ECTS hatte in den letzten Jahren mit immer weniger Besuchern zu kämpfen und hat ihr Konzept dieses Jahr deswegen drastisch umgekrempelt.

Zum ersten Mal seit dem 14-jährigen Bestehen werden 2002 auch Privatleute eingelassen, und mit deutlich mehr Unterhaltungsangeboten will man das interessierte Publikum ansprechen.

Schwerpunkt bleibt aber nach wie vor das Fachpublikum sowie der Handel. In der "Developers Area" soll sich weiters die europäische Entwicklerszene austauschen können.