28.08.2002

TIPPS

Bildquelle: ibm

Rettung für wassergetränkte Festplatten

Festplatten, die beim Hochwasser längere Zeit überflutet waren, können unter Umständen noch gerettet werden.

Darauf hat am Mittwoch das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik [BSI] hingewiesen. Zur Sicherung der Daten müssten die Anwender jedoch bestimmte Hinweise beachten, um eine endgültige Zerstörung des Speichermediums zu verhindern.

"Das größte Problem eines Wasserschadens besteht darin, dass sich beim Trocknen auf der Oberfläche der Speichermedien in Festplatten Kristalle bilden", sagte BSI-Sprecher Michael Dickopf. Beim Anlaufen der Festplatte führe dies nach wenigen Sekunden zur Zerstörung des Schreib-/Lesekopfes.

Es könne dennoch eine Rettung der Daten gelingen: "Die Grenzen sind erst dann erreicht, wenn die physikalischen Informationen durch Beschädigung der Medienbeschichtung nicht mehr vorhanden sind."

Finger weg

Das BSI rät, den Rechner bei einem Wasserschaden auf keinen Fall neu zu starten. Außerdem sollten die Festplatten nicht selbstständig geöffnet werden:

"Reinigen oder trocknen Sie die Festplatten nicht, sondern verpacken Sie sie in einen Plastikbeutel [möglichst luftdicht] und senden Sie sie an ein professionelles Datenrettungsunternehmen."

Für eine Fehlerdiagnose mit Kostenvoranschlag würden in der Regel 150 bis 200 Euro fällig, die Reparatur des Datenträgers koste zwischen 1.500 und 2.000 Euro.

Bei der Entsorgung von beschädigten Speichermedien, die sensible Daten enthalten, sollte beachtet werden, dass eine Rekonstruktion der Inhalte unter Umständen noch möglich ist. Das BSI empfiehlt hier eine mechanische Zerstörung des Datenträgers.