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25 Jahre Personal Computer "für alle"

10.08.2006

Vor 25 Jahren läutete IBM eine Revolution ein: Der Büromaschinenkonzern brachte seinen ersten PC auf den Markt - einen erschwinglichen Computer für jedermann, dessen Grundkonzept sich bis heute gehalten hat. Profitiert vom Siegeszug des IBM-PCs haben aber vor allem Microsoft und Intel.

Klein, billig, für alle

"Der kleinste, billigste Computer - für die Firma, die Schule und daheim": So lautete einer der Werbesprüche, als der erste IBM-PC - ein eingetragenes Warenzeichen, obwohl der Begriff des Personal Computers [PC] schon einige Jahre verbreitet war - am 12. August 1981 auf den Markt kam.

Der IBM-PC 5150 kostete in der Grundausstattung 1.565 US-Dollar. Er war beige - eine Farbe, die sich für PCs lange hielt -, konnte an einen Fernseher angeschlossen werden und zeigte dort leuchtend grünen Text auf schwarzem Grund an.

Gute Eckdaten und eine "Killer-Applikation"

Im Grundgerät steckten ein Intel-8088-Mikroprozessor mit einer Taktrate von 4,77 Megahertz - heute bewegen sich Prozessoren in der Gigahertz-Liga - und wahlweise 16 oder 64 Kilobyte Arbeitsspeicher. Diskettenlaufwerke, Farbmonitor und Drucker gehörten zur optionalen Ausstattung.

Das war zwar nicht auf dem neuesten Stand der Technik, aber für diesen Preis waren die Eckdaten durchaus eindrucksvoll, und als mit der leistungsfähigen Tabellenkalkulation Lotus 1-2-3 - einer portierten und verbesserten Version der Apple-II-Software VisiCalc - eine richtige "Killer-Applikation" auf den Markt kam, schlugen ambitionierte Buchhalter massenweise zu.

Apple und Co. waren schneller

Neu war die Idee eines für jeden erschwinglichen Computers, der noch dazu auf dem Schreibtisch Platz hat und nicht wie früher ganze Lagerräume und die Aufmerksamkeit ganzer Techniker-Heerscharen in Anspruch nimmt, allerdings nicht.

Schon in den 70ern legten etwa die Apple-Gründer Steve Jobs und Steve Wosniak mit ihrem Apple II den Grundstein für den "Jedermann-PC", und Firmen wie Atari, Commodore, Sinclair und Tandy machten sich in der aufstrebenden Branche breit.

Geheimprojekt "Chess"

Der alteingesessene Büromaschinenkonzern IBM war in diesem Umfeld der schönen neuen PC-Welt anfangs ein wenig zu träge.

Die Entwicklung neuer Produkte innerhalb der komplexen Konzernstrukturen dauerte zu lange. Doch "Big Blue" wollte sich nicht aus dem Markt verdrängen lassen und rief 1980 das Projekt "Chess" [Schach] ins Leben.

Das Unternehmen kommandierte unter größter Geheimhaltung ein Dutzend seiner Ingenieure unter der Leitung von Don Estridge nach Boca Raton im US-Bundesstaat Florida ab, wo sie ohne Rücksicht auf den üblichen IBM-Workflow und aus auf dem Markt frei erhältlichen Teilen in kürzester Zeit ein neues Produkt entwickelten - den IBM 5150.

Drei Millionen in fünf Jahren

"Wir bauten ein Produkt, von dem wir hofften, es würde erfolgreich sein", erinnerte sich IBM-Programmierer Dave Bradley jüngst in der "Chicago Tribune".

Der Konzern hatte exakte Berechnungen angestellt: Innerhalb von fünf Jahren wollte man 241.683 Einheiten absetzen. Tatsächlich gingen in der Zeit mehr als drei Millionen IBM-PCs über die Ladentische - und nochmals etliche Millionen mehr "IBM-kompatible PCs".

Offenes System

Mit der Offenlegung der Systemarchitektur ermöglichte IBM die wahre PC-Revolution: Hardware- wie Softwarehersteller konnten so selbst Produkte für den PC entwickeln.

Der IBM-PC entwickelte sich zu einem inoffiziellen Industriestandard, und schon nach wenigen Monaten kamen erste "Klone" des Ur-PCs auf den Markt. Das ermöglichte erst den überwältigenden Erfolg des Personal Computers, führte aber gleichzeitig dazu, dass IBM in der Nachbetrachtung der Geschichte des Personal Computers nicht zu den großen Gewinnern zählt.

Der Microsoft-Deal

Der damals gerade 25 Jahre alte Microsoft-Mitbegründer Bill Gates konnte IBM "sein" MS-DOS als Betriebssystem verkaufen, als ein eigentlich von IBM angestrebter Vertrag mit Digital Research platzte.

Gates handelte außerdem aus, dass er MS-DOS auch den Herstellern der unlizenzierten PC-Klone anbieten konnte. Damit legte er den Grundstein für das Softwareimperium, zu dem Microsoft heute geworden ist.

Intel setzte auf Kompatibilität

Auch für den Chiphersteller Intel war der PC ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum weltweiten Erfolg. Er entwarf seine Nachfolgeprodukte zum 8088er-Prozessor so, dass sie kompatibel zum Original waren und die Software nicht speziell umgeschrieben werden musste. Eine solche Upgrade-Möglichkeit war bei den wenigsten der anderen Heimcomputer möglich.

Als die Gewinnmargen bei der Hardware-Produktion immer weiter sanken, stand IBM in den 80er Jahren kurz vor der Pleite. 2004 zog der Traditionskonzern einen Schlussstrich unter das PC-Abenteuer und verkaufte die Sparte an den chinesischen Hersteller Lenovo.

Lenovo hat es zuletzt trotz der Verluste bei der von IBM gekauften PC-Sparte knapp in die schwarzen Zahlen geschafft.

(futurezone | dpa | AFP)