Demonstrationen gegen "Juki Net"
"Juki Net" heißt das seit acht Tagen in Betrieb befindliche zentrale Register, in dem Daten aller Einwohner Japans erfasst werden sollen. Jeder Bürger erhält eine elfstellige Nummer.
Das Projekt geht allerdings sogar den Japanern, die sonst nicht für ihre revolutionäre Gesinnung bekannt sind, zu weit. Interessenverbände wurden gegründet und sogar ganze Gemeinden sperren sich, ihre Daten zentral verlinken zu lassen.
Am Montag kam es zu Demonstrationen in Tokio, in deren Rahmen die Teilnehmenden ihre offiziellen "Nummernbescheide" öffentlich zerrissen.
Einige Stadtverwaltungen verweigern Datenpreisgabe
Bereits nach zwei Tagen Beitrieb hatte es in dem neuen System
Datenschutzverletzungen in großem Ausmaß gegeben.
Skandal um japanisches ZentralregisterKreative Civil Disobedience
Manche der Demonstranten waren als Häftlinge, andere als Kühe verkleidet. Einige Demonstranten hatten sich auch Strichcodes ins Gesicht gemalt.
Die Rinderkostüme sind eine Anspielung auf die Entstehung von Juki Net. Das System war erstmals im Rahmen der BSE-Seuche zur Registrierung der Rinder des Kaiserreiches eingesetzt worden.
Die Angst geht um vor "Juki Net"Offiziell dient Juki Net dem Bürgerservice
Das Zentralregister soll es jeder Behörde ermöglichen, die Daten der Bürger einsehen zu können. Es soll möglich werden, bei allen lokalen Stellen alle Dienstleistungen zu erhalten, sei es nun die Ausstellung eines neuen Reisepasses oder die Beantragung einer Pension.
"Die Informationen werden nur zur Verfizierung wohnortbezogener Angaben genutzt", verspricht der zuständige Minister.
Aus den Reihen der Demonstranten hört man derweil: "Das System macht Dinge nur für Bürokraten einfacher, nicht aber für private Bürger. Außerdem: Man muss ja nur ein paar Mal im Jahr auf eine Behörde. Dafür ist der Aufwand nicht gerechtfertigt."
