13.08.2002

NIPPON

Bildquelle: ORF

Demonstrationen gegen "Juki Net"

"Juki Net" heißt das seit acht Tagen in Betrieb befindliche zentrale Register, in dem Daten aller Einwohner Japans erfasst werden sollen. Jeder Bürger erhält eine elfstellige Nummer.

Das Projekt geht allerdings sogar den Japanern, die sonst nicht für ihre revolutionäre Gesinnung bekannt sind, zu weit. Interessenverbände wurden gegründet und sogar ganze Gemeinden sperren sich, ihre Daten zentral verlinken zu lassen.

Am Montag kam es zu Demonstrationen in Tokio, in deren Rahmen die Teilnehmenden ihre offiziellen "Nummernbescheide" öffentlich zerrissen.

Kreative Civil Disobedience

Manche der Demonstranten waren als Häftlinge, andere als Kühe verkleidet. Einige Demonstranten hatten sich auch Strichcodes ins Gesicht gemalt.

Offiziell dient Juki Net dem Bürgerservice

Das Zentralregister soll es jeder Behörde ermöglichen, die Daten der Bürger einsehen zu können. Es soll möglich werden, bei allen lokalen Stellen alle Dienstleistungen zu erhalten, sei es nun die Ausstellung eines neuen Reisepasses oder die Beantragung einer Pension.

"Die Informationen werden nur zur Verfizierung wohnortbezogener Angaben genutzt", verspricht der zuständige Minister.

Aus den Reihen der Demonstranten hört man derweil: "Das System macht Dinge nur für Bürokraten einfacher, nicht aber für private Bürger. Außerdem: Man muss ja nur ein paar Mal im Jahr auf eine Behörde. Dafür ist der Aufwand nicht gerechtfertigt."