07.08.2002

"JUKI NET"

Bildquelle: ORF

Skandal um japanisches Zentralregister

"Juki Net" heißt das seit Montag in Betrieb befindliche zentrale Register, in dem Daten aller Einwohner Japans erfasst werden sollen. Jeder Bürger erhält eine elfstellige Nummer.

Nun sehen sich Kritiker bestätigt. Daten von 2.584 Personen wurden per Post an eine Reihe von Haushalten eines Vororts von Osaka verschickt. Neben den für den jeweiligen Adressaten bestimmten Informationen waren auch die Nummern, Geburtsdaten und das Geschlecht fremder Personen abgedruckt.

Das System wurde bei der durch BSE erforderlich gemachte Registrierung aller Kühe des Kaiserreiches erprobt und wird nun auf Menschen angewendet. Dem zehnstelligen Rindvieh-Code wurde einfach eine weitere Zahl angehängt

Widerstand

Die Datenbank nutzt ohne entsprechende Speisung durch die Städte des Landes nicht viel. Fünf Stadtverwaltungen haben sich bislang geweigert, ihre Daten mitzuteilen. Dies könnte sogar zu einer Wanderungsbewegung führen, haben doch hunderte Bürger mitgeteilt, in einen dieser Orte übersiedeln zu wollen.

Die Millionenstadt Yokohama [3.4 Millionen Einwohner] gibt derweil nur Informationen über jene ihrer Bürger preis, die dem ausdrücklich zugestimmt haben.

Die Regierung scheint indes nicht willens, ihr Vorhaben abzubrechen. Ministerpräsident Koizumi erklärte, man lebe im Zeitalter von Computern und Internet - die Bevölkerung müsse sich einfach an derlei Dinge gewöhnen.