Linux als U-Boot-Jäger
In einer Boeing 737 soll das Open-Source-Betriebssystem Linux zum Aufspüren und Verfolgen feindlicher U-Boote eingesetzt werden.
Der US-Flugzeughersteller Boeing hat Linux-Spezialist Wind River Systems beauftragt, eine Linux-Variante in eine für die US-Navy umgebaute Boeing 737 einzubauen. Das neue "P-8A Multi-Mission Maritime Aircraft" wird unter anderem für die Aufklärung und Verfolgung feindlicher U-Boote eingesetzt.
Linux: Vom Handy ins Militärflugzeug
Nachdem Linux bereits in Handys oder Netzwerken zum Einsatz kommt, bemüht sich Linux-Spezialist Wind River, das Betriebssystem auch verstärkt für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt sowie in militärischen Flugzeugen attraktiv zu machen.
Bis 2003 hatte das in Kalifornien ansässige Unternehmen Wind River Systems auf Linux-basierende Anwendungen verzichtet und dem selbst entwickelten Real Time Operating System [RTOS] "VxWorks" den Vorzug gegeben. "VXWorks" war unter anderem in den Mars-Robotern der NASA zum Einsatz gekommen.
Wind Rivers Millionen-Deal
Bereits im März war ein millionenschwerer Vertrag unterzeichnet worden, der die Zusammenarbeit zwischen Flugzeughersteller Boeing und dem Linux-Spezialisten regelt.
Gefechtssystem der Zukunft
Der Vertrag legt auch fest, dass die rund 2.000 Boeing-Programmierer die Wind River Workbench dazu nutzen, um Software für die US-Streitkräfte im Rahmen des Army-Projekts "Future Combat System" zu entwickeln.
Das ehrgeizige Projekt umfasst neben der Entwicklung "herkömmlicher" Ausrüstung für US-Soldaten auch die Schaffung eines militärischen Netzwerks sowie von Gefechtssystemen für unbemannte Luftfahrzeuge.
Experten zufolge ist der Boeing-Wind River-Deal zwischen 14 und 20 Millionen US-Dollar schwer.
Das Open-Source-Betriebssystem Linux wird nicht nur für militärische Entwicklungen, sondern auch als Software genutzt, die den Antrieb neuer Roboter steuert.
(ZDNET | futurezone)
