Linux bringt Roboterentwicklung voran

18.07.2006

Verschiedene Start-ups und Forschungsinstitute haben es sich zur Aufgabe gemacht, humanoide Roboter zu bauen, die mehr als ferngesteuertes Spielzeug sind. Mit Linux und preiswerten Materialien sollen selbst programmierbare Roboter bald finanzierbar sein und weiter verbreitet werden.

Asien gilt allgemein als die Hochburg der Roboterforschung, vor allem in Japan und Südkorea werden jährlich Millionen für die Entwicklung der blechernen Gefährten ausgegeben.

Doch nicht nur riesige Elektronikkonzerne engagieren sich in der Robotik, sie wird auch immer mehr zum Thema für Hobbybastler. Um die Entwicklung auf genau dieser Ebene anzukurbeln, müssen allerdings die Kosten heruntergeschraubt werden.

Linux-Software als Antrieb

Das will Japans National Institute of Advanced Industrial Science and Technology [AIST] mit einem humanoiden Roboter mit dem Namen "HRP-2m Choromet" schaffen.

Das AIST kritisiert, dass gängige Roboter meist nichts anderes sind als ferngesteuerte Spielzeuge und von ihren Besitzern auch nicht wirklich "verändert" werden können.

Bei Choromet soll das dank programmierbarer Linux-Software an Bord anders sein. Dabei kommen ARTLinux und die Software-Plattform OpenHRP für humanoide Roboter zum Einsatz.

Bis spätestens 2020 soll nach Vorstellungen der südkoreanischen Regierung schließlich in jedem Heim mindestens ein Roboter seinen Dienst verrichten.

35 Zentimeter groß, 1,5 Kilo schwer

Dieser 35 Zentimeter hohe und 1,5 Kilo schwere Roboter ist mit preisgünstigen Servomotoren ausgerüstet und basiert auf einem in der akademischen Forschung gängigen, aber sehr teuren Modell.

Entwickelt wurde Choromet von mehreren Start-ups wie General Robotix, Pirkus Robotik, Moving Eye sowie dem Dai Nippon Technical Research Institute - basierend auf den Forschungsergebnissen des AIST.

Roboter für spezielle Zwecke

Damit soll es vor allem günstiger werden, Roboter für erzieherische und wissenschaftliche Zwecke zu bauen. Die Entwickler nannten jedoch noch keinen definitiven Preis.

Robotik soll dadurch auch für den kommerziellen Markt interessanter werden.

Fußball hat sich mittlerweile zur Spielwiese für die Roboterforschung entwickelt.

Microsoft entwickelt für Roboter

So hatte etwa Microsoft im Juni angekündigt, in ein neues Roboter-Forschungslabor an der Carnegie-Mellon-Universität zu investieren.

Der Software-Hersteller hat mit "Microsoft Robotics Studio" auch seine erste Roboter-Software herausgebracht, die derzeit als Public Preview verfügbar ist.

Warten auf Legos Mindstorm

Auch der Spielzeughersteller Lego hat mit Mindstorm NXT eine programmierbare Roboter-Linie auf den Markt gebracht, die derzeit noch von der Open-Source-Community getestet wird. Das Unternehmen hat angekündigt, Software, Hardware und Bluetooth-Entwicklerpakete im August auf den Markt zu bringen.

(futurezone | Cnet | The Engineer Online)