01.08.2002

KOMPROMISS

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Musikindustrie lockert Download-Politik

Sony Music Entertainment and Vivendi's Universal Music Group starten heute die schon für den Launch des Service angekündigte Erweiterung ihres Online-Musik-Angebots Pressplay. Abonnenten können sich aus dem Angebot unbegrenzt Musikstücke auf ihren Rechner runterladen und auf CD brennen.

Für zehn USD kann unlimitiert Musik gestreamt und runtergeladen werden, für weitere acht USD können die Songs auf eine begrenzte Auswahl von portablen Abspielgeräten, die unter MS-Software laufen, transferiert werden. Zusätzliche Abspielgeräte kosten noch mal extra.

Bei Pressplay sind bis zu 100.000 Stücke im Angebot, darunter von Labels wie Wu Tang Records, Universal oder Blue Note.

Damit ziehen sie mit popfile.de [ebenfalls von Universal Music] gleich, die ihren Start auf 9. August verschoben haben. Dort sollen zum Start zunächst 5.000 Titel für 0,99 Euro pro Stück zur Verfügung stehen.

Verwirrung um Ankündigungen

"Das ist die bedeutenste Ankündigung der Musikindustrie in den letzten zwei Jahren" so P.J. McNeally, ein Analyst von GartnerG2.

Ankündigungen wie diese gab es in den letzten Jahren allerdings einige, die wenigsten wurden realisiert oder scheiterten an gröberen Widrigkeiten.

So wurde von Renner noch im April für popfile.de der Verzicht auf jegliche Nutzungsbeschränkungen wie Kopierschutz oder DRM-System [Digital Rights Management] angekündigt.

"Die User können die kopierten Tracks auf CD brennen oder auf ihre MP3-Player überspielen", so Renner damals im Interview.

Pressplay limitiert das Angebot ebenfalls. So können maximal zwei Songs pro Künstler auf eine CD gebrannt werden, 10 bis 20 Songs pro CD ingesamt.

Kundenwünsche

Eine US-Studie kamim April zu dem Schluss, dass die Musikindustrie bisher mit ihren kostenpflichtigen Download-Services nicht auf die Wünsche und Bedürfnisse der Konsumenten einging - obwohl diese prinzipiell an kostenpflichtigen Diensten Interesse haben.