Deutsche Telekom kann nicht abrechnen
Im Streit um falsche Rechnungen der Deutschen Telekom hat ein Sachverständiger um 20 Prozent überhöhte Rechnungen festgestellt.
Die Fehler entstünden bereits bei der Datenerfassung in den Verbindungsrechnern, sagte der öffentliche bestellte und vereidigte Gutachter der Zeitung "Welt am Sonntag".
Die Rechnungsfehler gegenüber der Telefonkunden-Gemeinschaft "Communitel" seien "repräsentativ für den Durchschnitt der privaten wie auch geschäftlichen Kunden der Telekom und dürften von der Fehlerhäufigkeit her im Prinzip auf viele Rechnungen übertragbar sein".
Communitel verwaltet 15.000 Telefonanschlüsse
Communitel verwaltet als Einkaufsgemeinschaft nach eigenen
Angaben 15.000 Telefonanschlüsse bei Hotelketten, Verbänden,
Krankenhäusern und anderen Unternehmen.
Mehr Ungemach für Deutsche TelekomSicher falsch
Der Geschäftsführer von "Communitel", Bernd Stötzel, hatte in der vergangenen Woche von Rechnungsfehlern zu Lasten von Telekom-Kunden "in Höhe von zig Millionen Mark" in den Jahren 1999 bis 2001 berichtet.
Als Konsquenz drohte er dem Vorstand mit Strafanzeige. Eine "ähnliche Fehlersymptomatik existiert für einen Großteil des Kundenstamms der Telekom", sagte der Gutachter.
Nach dem jetzigen Stand der Untersuchung sei ein Großteil der geprüften Datensätze der Telekom "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tatsächlich falsch".
DT: Kunden können auf Korrektheit der Rechnungen vertrauen
Die Telekom hat den Vorwurf massiver Fehler bei der Abrechnung
von Telefongesprächen zurückgewiesen. Die Telekom-Kunden könnten auf
die Korrektheit der Rechnungen vertrauen, sagte Telekom-Sprecher
Ulrich Lissek. Pro Jahr würden "deutlich weniger als ein Prozent"
der Telefon-Kunden ihre Rechnungen monieren.
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