Mehr Ungemach für Deutsche Telekom
Die Deutsche Telekom hat einen Zeitungsbericht über angebliche Fehlabrechnungen in Millionenhöhe zu Lasten von Telefonkunden zurückgewiesen. "Diese Anschuldigungen weisen wir mit Entschiedenheit zurück", sagte heute ein Sprecher zu einem vorab veröffentlichten Bericht der "Welt am Sonntag".
In dem Bericht, der sich maßgeblich auf den Geschäftsführer des Telefon-Einkaufsgemeinschaft "Communitel", Bernd Stötzel, beruft, heißt es, der neue stellvertretende Telekom-Chef Gerd Tenzer müsse wegen falscher Abrechnungen in Millionenhöhe mit einer Strafanzeige wegen Betrugsverdachts rechnen.
Telekom-Sprecher Ulrich Lissek sagte dazu: "Wir sehen dem mit Gelassenheit entgegen." Im Übrigen habe die Telekom ihrerseits gegen Stötzel juristische Schritte eingeleitet. Er schulde der Telekom eine zweistellige DM-Millionenbetrag an Zahlungen.
Stötzel sagte der "Welt am Sonntag": "Bei der Analyse von 100 Millionen Datensätzen in zwei Jahren haben wir von 1999 bis 2001 Rechnungsfehler zu Lasten unserer Kunden von zig Millionen Mark entdeckt". Seitenweise seien Einzelpreise ohne Datum, Uhrzeit und Zielnummer mit einer Dauer von Null Sekunden mit bis zu 1311,85 DM von der Telekom in Rechnung gestellt worden. "Die Deutsche Telekom, insbesondere deren Vorstandsmitglieder, wissen nachweislich seit Jahren über die aufgezeigten Rechnungsfehler sowie interne Papiere Bescheid", sagte Stötzel. Sollte sich Tenzer, bisher Technik-Vorstand der Telekom, nicht bis Donnerstag dem 25. Juli der Telekom-Fehler persönlich angenommen haben, sehe er sich gezwungen, Strafanzeige gegen Tenzer zu stellen.
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Lissek bestritt nicht, dass es zu Abrechnungsfehlern bei den Kunden von "Communitel" gekommen sein könnte. Dies sei aber bedingt dadurch, dass Stötzel mit der Telekom einen auf rund 4.000 Teilnehmer ausgelegten Vertrag mit günstigeren Gebühren geschlossen habe, den aber auf rund 15.000 Teilnehmer "ausgereizt" habe.
Mehrfach habe die Telekom Stötzel darauf hingewiesen, dass durch diese Überlastung Probleme bei den Abrechnungen vorkommen könnten. Stötzel habe darauf aber nicht reagiert. Nach Angaben des Telekom-Sprechers handelt es sich bei dem Fall um Schwierigkeiten, die sich aus dieser besonderen Situation mit "Communitel" ergeben hätten und die nicht zu verallgemeinern seien.
