20.07.2002

VIZE-CHEF

Mehr Ungemach für Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom hat einen Zeitungsbericht über angebliche Fehlabrechnungen in Millionenhöhe zu Lasten von Telefonkunden zurückgewiesen. "Diese Anschuldigungen weisen wir mit Entschiedenheit zurück", sagte heute ein Sprecher zu einem vorab veröffentlichten Bericht der "Welt am Sonntag".

In dem Bericht, der sich maßgeblich auf den Geschäftsführer des Telefon-Einkaufsgemeinschaft "Communitel", Bernd Stötzel, beruft, heißt es, der neue stellvertretende Telekom-Chef Gerd Tenzer müsse wegen falscher Abrechnungen in Millionenhöhe mit einer Strafanzeige wegen Betrugsverdachts rechnen.

Telekom-Sprecher Ulrich Lissek sagte dazu: "Wir sehen dem mit Gelassenheit entgegen." Im Übrigen habe die Telekom ihrerseits gegen Stötzel juristische Schritte eingeleitet. Er schulde der Telekom eine zweistellige DM-Millionenbetrag an Zahlungen.

Spezieller Fall

Lissek bestritt nicht, dass es zu Abrechnungsfehlern bei den Kunden von "Communitel" gekommen sein könnte. Dies sei aber bedingt dadurch, dass Stötzel mit der Telekom einen auf rund 4.000 Teilnehmer ausgelegten Vertrag mit günstigeren Gebühren geschlossen habe, den aber auf rund 15.000 Teilnehmer "ausgereizt" habe.

Mehrfach habe die Telekom Stötzel darauf hingewiesen, dass durch diese Überlastung Probleme bei den Abrechnungen vorkommen könnten. Stötzel habe darauf aber nicht reagiert. Nach Angaben des Telekom-Sprechers handelt es sich bei dem Fall um Schwierigkeiten, die sich aus dieser besonderen Situation mit "Communitel" ergeben hätten und die nicht zu verallgemeinern seien.