Telekom-Streit um 0800-Nummern

österreich
28.07.2006

Die Telekom Austria [TA] und die Alternativen Betreiber Österreichs streiten sich wegen der möglichen Einführung einer Gebühr für das Anrufen von Gratishotlines aus Telefonzellen.

Die TA setzt sich seit Jahren für eine Gebühr ein, die von Telekom-Konkurrenten eingehoben werden soll, wenn aus einer Telefonzelle eine kostenlose Mehrwertnummer eines Mitbewerbers angerufen wird.

Einführung schon zwei Mal gekippt

Der Verwaltungsgerichtshof hat aber bereits zwei Mal den Versuch der Einführung einer "Payphone Access Charge" [PAC] gekippt.

Nun fürchten die Alternativen, dass durch eine Novelle der Universaldienstverordnung die PAC doch kommt.

Ein entsprechender Entwurf für eine Novelle ist nun zur Begutachtung veröffentlicht worden. Dieser sieht vor, dass die Erreichbarkeit von 0800-Nummern aus öffentlichen Telefonzellen künftig unterbunden werden kann.

Für Soziales, Notfälle und Calling Cards

0800-Nummern werden unter anderem für Sozialservicestellen, Kinderhotlines, Frauennotrufe, aber etwa auch für den Bankomatkarten-Sperrnotruf verwendet. Auch die Anbieter von "Calling Cards" für das bargeldlose Telefonieren ins Ausland nutzen die Gratisnummern als Einwahlmöglichkeit.

Verteuerung für Nutzer?

Den Vorwurf der Alternativen Netzbetreiber, wonach dadurch der Weiterbetrieb zahlloser 0800-Nummern gefährdet sei, lässt die Telekom nicht gelten und spielt den Ball zurück.

0800-Nummern sind per Verordnung kostenlos, betonte die Telekom, was die Alternativen ihren Kunden, die diese Mehrwertnummern betreuen verrechne, sei die Angelegenheit der Mitbewerber.

Harte Kritik der Alternativen Telekoms

"Hier werden die Erkenntnisse des Verwaltungsgerichtshofes ebenso ignoriert wie das mehrmalige Nein von Zivilgerichten. Stattdessen werden mittels maßgeschneiderter Anlassgesetzgebung irgendwelche Hintertüren geöffnet, um die Rahmenbedingungen für den Ex-Monopolisten zurechtzubiegen", so Achim Kaspar vom Verein Alternativer Telekombetreiber.

Dass die nun geplante Novelle gegen EU-Recht verstoßen könnte, wies man seitens der Telekom Austria aber zurück.

(APA)