08.07.2002

FORDERUNG

Bildquelle: disney

CEOs sollen hinter Gitter

In den USA wollen sowohl Präsident Bush als auch Demokraten mit harten Bandagen gegen Bilanzfälschungen vorgehen.

Nun überlegt man sogar, ein Strafgesetz zu erlassen, nach welchem die CEOs [Chief Executive Officers] ins Gefängnis kommen könnten, wenn in ihrer Firma Bilanzen gefälscht wurden.

Wirtschaft für Maßnahmen, gegen Gefängnis

In Wirtschaftskreisen ist man sich dessen bewusst, dass dringend Maßnahmen ergriffen werden müssen, allein schon um das Vertrauer der Anleger wieder herzustellen.

Doch zweifeln Experten die Sinnhaftigkeit eines zu harten Strafgesetzes an. Dieses würde zwar einige CEOs aus dem Verkehr ziehen, jedoch keine langfristige Lösung darstellen.

Vielmehr müssten grundlegende Probleme im Bereich der Buchprüfungen und der Unabhängigkeit der Verantwortlichen in den Unternehmen angegangen werden.

WorldCom-Anhörung vor Kongress

In der Anhörung zum 3,9 Milliarden USD schweren WorldCom-Skandal haben sich die ehemals führenden WorldCom-Köpfe vor einem Ausschuss des Kongresses [US-Unterhaus], wie erwartet, auf den fünften Zusatzartikel der Verfassung berufen.

Dieser gewährt das Recht auf Verweigerung der Aussage, wenn man sich dadurch selbst belasten würde.

Ex-WorldCom-Chef Bernard Ebbers erklärte nur kurz: "Niemand wird zu dem Schluss kommen, dass ich etwas Kriminelles oder Betrügerisches getan habe. Ich habe nichts zu verbergen."

Vorgeladen wurde auch ein Analyst von Salomon Smith Barney, dem außergewöhnlich enge Beziehungen zu WorldCom nachgesagt werden.