03.07.2002

VIVENDI

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Branche erwartet Zerschlagung

Nach der bevorstehenden Ablösung von Vivendi-Chef Jean-Marie Messier, morgen Mittwoch erwartet die Branchenexperten in Paris einen harten Sanierungskurs, um die Schuldenlast des Mischkonzerns von insgesamt 35 Milliarden Euro zu drücken.

Der als Nachfolger von Messier gehandelte Jean-Rene Fortou wird nach Einschätzung der Börse gezwungen sein, Teile des Unternehmens zu verkaufen.

Die französische Großbank BNP Paribas, Großaktionär und Hauptgläubiger, wies Gerüchte über eine akute Liquiditätskrise bei Vivendi zurück. Unter den weltweit rund 380 000 Beschäftigten wächst die Sorge um ihre Arbeitsplätze.

Das Dementi

Von einer Liquiditätskrise könne keine Rede sein, sagte der Chef der Großbank BNP Paribas, Michel Pebereau. Medienberichte, dass Vivendi in den vergangenen Tagen seine drei großen Gläubigerbanken BNP Paribas, Societe Generale und die Deutsche Bank um neue kurzfristige Finanzierungslinien gebeten habe, wollte er nicht kommentieren.

Erwartet wird eine Zerschlagung des von Messier geschmiedeten Konzerns, der durch Aufkäufe über mehr als 100 Milliarden Euro zu einem unübersichtlichen Konglomerat wurde.

Rechtsschutz für Bilanzkosmektik

Messier soll auch einen Rechtsschutz für eventuelle Prozesse gefordert haben. Ferner soll er von dem Unternehmen verlangt haben, auf jegliche juristischen Schritte gegen ihn zu verzichten.

Die Börsenaufsichtskommission in Paris hat nochmals bekräftigt, dass Vivendi eine Bilanzverschönerung für das Geschäftsjahr 2001 versucht habe.

Die Bankenaufsicht

Die Aufsicht verhinderte jedoch, dass 1,5 Milliarden Euro falsch verbucht wurden. Im vergangenen Jahr hat Vivendi durch Sonderabschreibungen einen Rekordverlust von 13,6 Milliarden Euro ausgewiesen.